Naturschützer freuen sich über weitere Maßnahmen zur Biotopvernetzung

LNV sieht Albstadt auf gutem Wege

Balingen, den 17.01.2018

Der Landesnaturschutzverband (LNV) begrüßt das Engagement der Stadt Albstadt für den Biotopverbund ausdrücklich. Beispielhaft wird anlässlich des heutigen Spatenstichs „Wacholderheidenpflege“ gezeigt, wie eine „grüne Infrastruktur“ geschaffen werden kann. Diese ist landesweit nötig, um das Überleben der Arten zu sichern, etwa durch Wanderungsmöglichkeiten, die auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel wichtig sind.

Die Offenland- und Waldbiotopkartierung haben gezeigt, dass noch verhältnismäßig viele schützenswerte Bereiche auf Gemeindegebiet Albstadt vorhanden sind, die teilweise als kleine Naturschutzgebiete ausgewiesen sind. „Allerdings leiden diese Gebiete unter einer Verinselung“, so Siegfried Ostertag, Sprecher des LNV-Arbeitskreises im Zollernalbkreis, und damit unter großen negativen Einwirkungen durch die benachbarte Landwirtschaft, Bebauung, Infrastruktur usw.

Wenn Trittsteine im Bereich trockener Lebensräume wie z. B. Trockenrasen, Wacholderheiden, Ödflächen und Ähnlichem räumlichen verbunden oder neu geschaffen werden können, dient dies dem Erhalt und Austausch der dort vorkommenden standortspezifischer Tier- und Pflanzenarten.

Genauso verhält es sich mit Biotopen mittlerer Standorte wie Streuobstwiesen, Ackerwildkräutern, Ackerrandstreifen, Heckenriegeln, Altgrasstreifen und Ähnlichem. Auf nassen Standorten leiden Kalkflachmoore, Riede, Gewässerrandstreifen unter Einengung und Flächenverlusten, Entwässerung usw. Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen sind deshalb in besonderen naturschutzfachlichem Interesse.
Diese Maßnahmen können im Wald ergänzt werden durch naturnahe Bewirtschaftung, die Umsetzung des Alt- und Totholzkonzeptes, naturnahe Traufgestaltung usw.

„Wichtig ist, alle Akteure mitzunehmen“ so Ostertag, also Land- und Forstwirtschaft, Obst- und Gartenbauvereine, Heimat- und Naturschutzvereine usw. Dies ist in Albstadt gut gelungen. Günstig für Albstadt kann sich auswirken, dass auf einem Großteil der Fläche eine Flurneuordnung angeordnet ist.
Bereits in der Vergangenheit hat sich die Stadt insbesondere bei der Pflege der Wacholderheiden engagiert. Die vielen auch nach EU-Recht geschützten Heiden beherbergen zahlreiche seltene Tier- du Pflanzenarten, darunter Schlangen wie Kreuzotter und Schlingnatter sowie den Esparsetten-Bläuling als Schmetterling, den Knöllchen-Knöterich oder das Graue Sonnenröschen sowie einige Enzian- und Orchideenarten.

Wünschenswert ist ein fortlaufendes Monitoring, damit die Maßnahmen nicht in Vergessenheit geraten und verpuffen.

Wenn es der Stadt gelingt, die Konzeption weitestgehend umzusetzen, ist das Pilotprojekt von Erfolg gekrönt. Dazu muss Albstadt alle Beteiligten unter den Landwirten, Waldbesitzern, Schäfern, Obst- und Gartenbauvereinen, Heimat- und Naturschutzvereinen usw. gut einbinden und bei Pflege oder Neuanlage von Biotopen unterstützen.

Ein ähnliches Engagement wünschen sich die Naturschützer von allen Kommunen im Land und freuen sich, dass das Land solche Projekte unterstützt.

LNV-PM zur Biotopverbund in Albstadt