Daimler-Werk Rastatt – Werkserweiterung in Grenzen

BUND, LNV und NABU sehen deutliche Reduzierung der negativen Wirkungen für Umwelt und Natur

Durch eine deutliche Beschränkung des Flächenverbrauchs gegenüber der ursprünglich von Daimler favorisierten Erweiterung, den Verzicht auf den Bau einer Straßenanbindung durch das Rastatter Bruch sowie durch Maßnahmen für die Reduzierung des Auto- und LKW-Verkehrs bewerten BUND, LNV und NABU die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „Zukunftsgerichtete Entwicklung des Mercedes-Benz Werkes Rastatt“ als Kompromiss, der auch für Umwelt und Natur eine tragfähige Lösung in Aussicht stellt.

Der aktuelle Stand des Entwurfs der Machbarkeitsstudie, die am 19. Juli in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung vorgestellt wurde, ist das Ergebnis eines Dialogprozesses unter Beteiligung von Stadt Rastatt, Daimler, Behörden, Kommunen und Nutzern, in dem sich BUND, LNV und NABU intensiv für die Reduzierung der negativen Umweltauswirkungen der Werksentwicklung einsetzten. „Wir begrüßen, dass unsere Argumente für die Vermeidung der Neuversiegelung von Flächen im Rastatter Bruch Gehör gefunden haben und eine Reduzierung von 30 auf ca. 12 ha von allen Beteiligten akzeptiert wurde,“ erklärt Gunter Kaufmann für den Landesnaturschutzverband anlässlich der Vorstellung von Ergebnissen aus der Machbarkeitsstudie. Damit stehen rund 60 Prozent dieser “Südfläche” für ein neues Naturschutzgebiet zur Verfügung. „Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass weiterhin ein Eingriff in das bestehende Landschaftsschutzgebiet südlich der Ottersdorfer Straße geplant ist” ergänzt BUND-Regionalgeschäftsführer Hartmut Weinrebe.
“Der Verzicht auf die ursprünglich angedachte Werksanbindung mit einer Straße durch das „Rastatter Bruch“ war für die Verbände von Anfang an eine unumstößliche Bedingung für unsere Akzeptanz”, betont Martin Klatt, Geschäftsführer des NABU Kreisverband Rastatt. Das ist nun ein wesentlicher Bestandteil für die mit der Stadt und Daimler abgestimmte Vorgehensweise.

Positiv werden auch die von Daimler vorgelegten Maßnahmen und Ziele für die Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene sowie für Verbesserungen bei Fahrradverkehr, öffentlichen Verkehrsmitteln und Mitfahrgelegenheiten gewertet.

Da der Großteil der seinerzeit für eine Werkserweiterung planerisch ausgewiesenen Fläche im Südosten nicht mehr von den laufenden Planungen betroffen ist, wird hier wieder ein regionaler Grünzug entstehen. Flächennutzungsplan und Regionalplan werden entsprechend korrigiert.

Verbunden mit Planungen für die Werkserweiterung ist die Zusage von Daimler, ein umfangreiches Maßnahmenpaket zu finanzieren, das auch eine positive Entwicklung der ökologischen Situation des Raums Rastatt fördert. Dieses Maßnahmenkonzept muss auf Basis bestehender Vorschläge noch detailliert erarbeitet werden. Hierzu werden weitere Gespräche zwischen Planern, Behörden und Naturschutzverbänden geführt werden. „Es ist unerlässlich, dass es für das Maßnahmenkonzept eine rechtlich verbindliche Garantie gibt, welche nicht zuletzt die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen und damit Verlässlichkeit für die Umsetzung sichert“, betonen Kaufmann, Klatt und Weinrebe in diesem Zusammenhang. “Das, was hier in vielen Sitzungen und Gesprächen erarbeitet wurde, ist nun von A bis Z umzusetzen” so die Naturschutzverbände.

Auf dieser Basis erklären sich die Naturschutzverbände bereit, an den kommenden Verfahren konstruktiv mitzuarbeiten, um die vollständige Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen voran zu bringen.

PM des LNV, BUND und NABU-PM zum Entwurf Machbarkeiststudie Daimler Rastatt