Moorschutz in Baden-Württemberg deutlich hinterher

Intakte Moore haben eine herausragende Bedeutung für das Klima,
weswegen der LNV eine „Taskforce Umsetzung Moorschutz“ fordert

Angesichts der herausragenden Bedeutung intakter Moore für den Klima- und den Naturschutz fordert der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) einen strategische ausgerichteten Renaturierungsfahrplan für Moore in Baden-Württemberg und die Bereitstellung der hierfür erforderlichen Mittel, ebenso wie die Einrichtung einer landesweiten und interdisziplinären „Taskforce Umsetzung Moorschutz“.

Unser Nachbarland Bayern intensiviert seine im Rahmen des Klimaschutzes schon länger bestehenden umfangreichen Moorschutzaktivitäten nochmals deutlich – zu den in den letzten Jahren bereits investierten 20 Mio. Euro sind im anstehenden Haushalt weitere 12,5 Mio. Euro vorgesehen, die bestehenden 12 Projektstellen werden mehr als verdoppelt.

„Davon ist der Moorschutz in Baden-Württemberg weit entfernt.“, so LNV-Vorsitzender Dr. Gerhard Bronner. Gerade mal eine Projektstelle wurde 2013 bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) für die auch für das Klima besonders wichtigen Moore eingerichtet. Für einzelne Leuchtturmprojekte wie das Pfrunger-Burgweiler Ried wurden zwar in der Vergangenheit immer wieder durchaus beachtliche Mittel bereitgestellt. Sondermittel für den dringend notwendigen, in der Fläche strategisch ausgerichteten Moorschutz wie in Bayern fehlen aber.

Die 2014 von der Landesregierung initiierte Moorschutzkonzeption ist über eine im Jahr 2015 veröffentlichte, schön bebilderte Broschüre „Moorschutzprogramm Baden-Württemberg“ mit großen Absichtserklärungen nicht hinausgekommen. LNV-Chef Bronner beklagt „Eine Handlungsanleitung für wichtige Renaturierungsvorhaben, die vorgeschlagenen sechs Pilotprojekte, ein Moorrenaturierungskataster, ein Moorinformationssystem und anders mehr befinden sich auch 2022 noch in der Warteschleife.“ Eine projektbegleitende Arbeitsgruppe wurde zuletzt 2015 einberufen. Von überschlägig 35.000 ha renaturierungsbedürftiger Moorfläche konnten vom Land Baden-Württemberg in den letzten drei Jahren im Schnitt gerade mal rund 30 ha pro Jahr gekauft werden.

Angesichts der herausragenden Bedeutung intakter Moore für den Klima- und den Naturschutz fordert der LNV einen strategisch ausgerichteten Renaturierungsfahrplan für die aktuelle Dekade, eine massive Aufstockung der hierzu erforderlichen Mittel sowie die Einrichtung einer personell ausreichend ausgestatteten, landesweit zuständigen und interdisziplinär zusammengestellten „Taskforce Umsetzung Moorschutz“. Neben dem Kauf von renaturierungsbedürften Moorflächen müssen dringend neue Instrumente wie beispielsweise der Erwerb von Renaturierungsgestattungen ohne Grunderwerb entwickelt werden, da der Verkauf von Grundstücken wegen der niedrigen Kapitalverzinsung nicht mehr lukrativ ist.

Hintergrundinformationen
Moorschutzkonzeption Baden-Württemberg: https://um.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-um/intern/Dateien/Dokumente/2_Presse_und_Service/Publikationen/Umwelt/Naturschutz/Moorschutzprogramm_BW.pdf

Fotos
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Foto 1: Nach Entwässerung intensiv landwirtschaftlich genutzte Moorsenke – auch solche Moore können renaturiert werden

Foto 2: Nach Entwässerung intensiv landwirtschaftlich genutzte Moorsenke – auch solche Moore können renaturiert werden

Foto 3: Tief eingeschnittene Gräben entwässern die Moore stark

PM zum downloaden: LNV-PM: Moorschutz in Baden-Württemberg unzureichend

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