Kommunen in Baden-Württemberg kümmern sich zu wenig um den Energieverbrauch

Landesnaturschutzverband publiziert interaktive Karte

 

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV), Dachverband von 34 Naturschutzvereinen in Baden-Württemberg, kritisiert, dass die meisten Kommunen ihren Verpflichtungen aus dem Klimaschutzgesetz (KSG BW) nicht nachkommen. Dieses verpflichtet in § 7b die Kommunen, die Energieverbräuche in kommunalen Einrichtungen bis zum 30. Juni jeden Jahres auf einer Plattform einzutragen. Ziel ist, dass sich Städte und Gemeinden mit ihrem Energieverbrauch beschäftigen und dessen Kosten und Emissionen mehr in den Fokus rücken. Das hilft auch Einsparpotenziale aufzudecken.

Interaktive Karte veröffenlicht
Der LNV hat nun eine interaktive Karte veröffentlicht, auf der für jede Kommune abgerufen werden kann, ob sie die Daten geliefert hat oder nicht. Bei der Auswertung hat sich gezeigt, dass im zweiten Jahr noch weniger Kommunen ihrer Pflicht nachgekommen sind als im ersten. Nur die Hälfte der Kommunen hat ihre Daten publiziert, und auch das vielfach mit Verspätung. Besser sieht es bei den Landkreisen aus: alle Landkreise haben geliefert, wenn auch nicht immer rechtzeitig.

Kommunen sparen mit funktionierendem Energiemanagement auch Geld

„Scheinbar interessiert sich die Hälfte der Kommunen nicht für Einsparpotenziale, trotz der hohen Energiepreise!“, so LNV-Vorsitzender Dr. Gerhard Bronner. „Wie könnte es sonst sein, dass 2022 nur 290 Gemeinden (21 %) bis zum Stichtag ihre Daten eingetragen haben?“ Im letzten Jahr hatten immerhin noch 427 rechtzeitig und 661 überhaupt ihre Daten abgegeben. Obwohl sie mehrfach vom Umweltministerium und auch von ihren eigenen Dachorganisationen dazu aufgefordert wurden, kommen viele Kommunen ihrer gesetzlichen Pflicht nicht nach. Für Bronner ist das völlig unverständlich, denn erfahrungsgemäß sparen Kommunen mit funktionierendem Energiemanagement und den daraus abgeleiteten Maßnahmen ein Viertel bis ein Drittel ihres Energieverbrauchs und dessen Kosten ein. Und damit auch Treibhausgasemissionen. Spitzenreiter wie Stuttgart kommen schon auch mal auf die Hälfte der bisherigen Werte.

Versäumnisse beim Energiesparen und beim Klimaschutz nicht hinnehmen!

Bislang blieb die fehlende Meldung ihres Energieverbrauchs für die Kommunen ohne Sanktionen. In dieser Situation möchte der LNV mit der interaktiven Karte zumindest Transparenz schaffen. „Vielleicht motiviert der digitale Pranger ja manche Kommunen, nachzuliefern, wenn sie sich kritischen Fragen aus dem Gemeinderat oder der Bürgerschaft stellen müssen“, hofft Naturschützer Bronner. Ende Januar soll die Karte aktualisiert werden. Der LNV hofft, dass dann die Landesfläche komplett grün erscheint.

Nach Klimaschutzgesetz muss Energieverbrauch dokumentiert werden

Das Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg verpflichtet nach § 7 b die Stadt- und Landkreise sowie die Städte und Gemeinden, ihre Energieverbrauchsdaten auf einer Internetplattform zu dokumentieren. Damit sollen sie motiviert werden, sich mit ihren Energieverbrauchen zu beschäftigen, Energiemanagement zu betreiben und so Einsparpotenziale zu erkennen. Vor Einführung des Klimaschutzgesetzes hat dies nur eine Minderheit der Gemeinden getan.

Benutzungshinweise interaktive Karte

Die interaktive Karte zeigt die Meldelage für jede Kommune mit Stand 20.12.2022.

Mit diesem Werkzeug lässt sich eine Legende einblenden. Klickt man auf die Karte, so wird in einem Fenster die Gemeinde und ihr Meldstatus angezeigt.

 

Mit diesem Werkzeug kann man das Fenster dauerhaft an einen Rand anheften.

 

 

Bei Gemeinde nachfragen
Fragen Sie gerne bei Ihrer Gemeinde nach, warum sie trotz der Pflicht nach Klimaschutzgesetzt ihren Energieverbrauch noch nicht gemeldet hat und ob sie weiß, wieviel Energie sie verbraucht.

Pressemitteilung
Hier können Sie sie Pressemitteilung des LNV vom 8.12.2022  “Die Hälfte der BW Kommunen kümmert sich nicht um ihren Energieverbrauch” als pdf herunterladen.

Aufrufe: 2159