Schwalben ziehen fort – die Probleme bleiben hier

Am 8. September brechen die Schwalben laut Überlieferung auf

LNV fordert, jetzt bessere Brutbedingungen für das Frühjahr zu schaffen /
Tagung zum Artenschutz in Siedlungen am 10. November 2018 in Stuttgart

Tausende Mehl- und Rauchschwalben machen sich derzeit auf den weiten Weg in ihre Winterquartiere jenseits der Sahara. Die Bauernregel „An Mariä Geburt zie-hen die Schwalben furt“ gibt eine grobe zeitliche Einordnung des Herbstzuges an – Mariä Geburt ist am 8. September. „Die einst allgegenwärtigen Sommer- und Glücksboten sind mittlerweile massiv unter Druck geraten. Beide Schwalbenarten sind auf der bundesdeutschen Roten Liste angekommen. Das ist ein alarmierendes Signal“, sagt Gerhard Bronner, der Vorsitzende des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg, im Vorfeld einer öffentlichen Tagung zur Stadtnatur, zu der der LNV im November nach Stuttgart einlädt.

Es gibt immer weniger Schwalben
Hauptgründe für den starken Rückgang sind eine schwindende Nahrungsbasis aufgrund des Insektensterbens und fehlende Nistmöglichkeiten. „Wir müssen jetzt über den Winter dringend die Bedingungen für unsere Schwalben verbessern, damit sie im Frühjahr nach ihrer Rückkehr erfolgreich brüten können. Nur so lässt sich der Abwärtstrend stoppen“, sagt Bronner. Dazu brauche es meist nur kleine Maßnahmen in den Dörfern und Städten – und den guten Willen der Haus- und Grundstücksbesitzer.

Bei Haussanierungen werden Nester entfernt
Weil bei Haussanierungen immer wieder illegal Nester von Mehlschwalben zerstört werden, gelte es, unter Dachvorsprüngen viele neue Kunstnester anzubringen – und Schwal-ben, die ihr Nest selbst bauen wollen, zu unterstützen. So fehlt es den Vögeln vielerorts an Lehmpfützen, in denen sie das Baumaterial für die kunstvollen Nester sammeln können. Gegen beschmutzte Fassaden hilft ein simples Kotbrett in mindestens 40 Zentimetern Abstand unter den Nestern.

Ställe für Rauchschwalben offen lassen
Rauchschwalben brüten vor allem in Ställen und Scheunen. „Hierzu müssen die Gebäude zugänglich bleiben. Schon kleine Zugänge reichen den Flugakrobaten aus“, berichtet Bronner. Da Schwalben hauptsächlich Fluginsekten erbeuten, brauchen sie eine gesunde und damit insektenreiche Umwelt – insbesondere auch in den Dörfern und Städten, wo sie meist leben. „In Gärten und Parks vergrößern bereits kleine Flächen mit Blumenwiesen statt Rasen oder Schotter das Nahrungsangebot enorm“, sagt Bronner.

LNV-Zukunftsforum: Chancen für die Artenvielfalt in Städten und Dörfern
Dem Thema Stadtnatur widmet der LNV sein diesjähriges „Zukunftsforum Naturschutz“. Unter dem Titel „Mehr Natur wagen – Chancen für die Artenvielfalt in Städten und Dörfern?“ findet die öffentliche Tagung am 10. November in Stuttgart statt.

Infos und Anmeldung zum LNV-Zukunftsforum

Pressemitteilung zum Herunterladen:

LNV-Pressemitteilung zum Schwalbenzug