Naturschützer sehen Ansiedlungsstrategie des Landes kritisch

Zumeldung zur Regierungspressekonferenz vom 03.05.2022

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg, Dachverband von 35 Naturschutzvereinen, sieht die Bemühungen der Landesregierung kritisch, mehr Unternehmen nach Baden-Württemberg zu locken. „Welchen Sinn hat es,“ so LNV-Vorsitzender Gerhard Bronner, „zusätzliche Unternehmen in ein Land zu locken, das jetzt schon aus allen Nähten platzt, dessen Flächenverbrauch exorbitant hoch ist und weit über allen Nachhaltigkeitsgrenzen liegt?“ Die Arbeitskräfte, die diese Unternehmen benötigen, gibt es im Land nicht – sie müssten aus anderen Bundesländern und zunehmend aus anderen europäischen Staaten zuwandern. Sinnvoller wäre es nach Ansicht des Landesnaturschutzverbandes, auch strukturschwachen Bundesländern und anderen europäischen Staaten Entwicklungsperspektiven zu lassen, die das nötiger haben.

„Ist es besser, wenn sich möglichst viele Unternehmen in Baden-Württemberg ansiedeln, dessen Bürger heute schon unter Dichtestress leiden, und ihre Arbeitskräfte aus Osteuropa anwerben, oder wenn sie Produktionsstätten in deren Herkunftsländern errichten?“, fragt Naturschützer Bronner. Die noch für Bebauung verfügbaren Flächen im Land sollten vorrangig für Erweiterungen bereits ansässiger Betreibe vorgehalten werden.

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