Ländlicher Raum spielt bei Energiewende tragende Rolle

Naturschutz ist ohne Klimaschutz nicht möglich

Neben zahlreichen Vertretern aus Umweltverbänden, Wirtschaft und Handwerk war auch der LNV-Chef Reiner Ehret als Naturschutz-Experte geladen. Bei der Podiumsdiskussion zur Energiewende zeigte er sich davon überzeugt, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie Effizienztechnologien zur Steigerung der Wertschöpfung im Ländlichen Raum beitragen werden.
„Der LNV begrüßt die wirtschaftliche, soziale und touristische Wertschätzung des Ländlichen Raums, welche auf der Tagung des MLR zum Ausdruck gebracht wird“, sagte der Vorsitzende des Dachverbands der Natur- und Umweltschutzverbände in Baden-Württemberg Reiner Ehret. Der LNV geht mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Verbraucherminister Alexander Bonde dahingehend konform, dass diese in einem starken ländlichen Raum einen wichtigen Impulsgeber für Wirtschaft, Infrastruktur und Regionalentwicklung sehen.

Die über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaften seien aber auch wichtige Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten, die es zu erhalten gelte, so Ehret weiter. Eine wichtige Chance sieht der Umweltschützer in der regionalen Wertschöpfung. Will heißen: Entwicklungs- und Vermarktungskonzepte von Produkten und Technologien aus der Region als vielversprechende Ansätze, um den Ländlichen Raum langfristig und nachhaltig zu stärken.

Ein bedeutsames Instrument und eine einmalige Gelegenheit für den Ländlichen Raum sieht der LNV-Chef in der Umsetzung der Energiewende. Seine Positionen hierzu machte er bei der Podiumsdiskussion „Jahrhundertchance Energiewende: Investitionsprogramm für den Ländlichen Raum“ klar.

„Durch die Energiewende eröffnet sich ein ganz neuer Markt und wir stehen vor einer Zeitenwende wie bei der industriellen Revolution vor mehr als hundert Jahren“, konstatierte der LNV-Vorsitzende. Seiner Meinung nach kann und sollte Baden-Württemberg auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien eine Vorreiterrolle übernehmen.

Gleichzeitig warnte er in diesem Zusammenhang vor einem übermäßigen Anbau von Energiepflanzen und daraus resultierenden Maiswüsten, vor einem weiteren Ausbau der sogenannten kleinen Wasserkraft und der zügellosen Bebauung von Ackerland durch Photovoltaik-Anlagen. Energieeffizienz heißt für ihn das Zauberwort. Diese sei ein Schlüsselinstrument im Hinblick auf tragfähige energetische Zukunftskonzepte. Ehret fordert beispielsweise Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden sowie das Vorantreiben entsprechender Energiespar-Technologien. Seiner Meinung nach müsse auch die Landesregierung mit gutem Beispiel vorangehen und endlich Wärmeschutzmaßnahmen an landeseigenen Gebäuden vornehmen. „Man kann nicht Wasser predigen und selbst Wein trinken“, so Ehret.

Besonders am Herzen liegt dem LNV-Chef ein naturverträglicher Ausbau der Windenergie. Bei der Beurteilung der Verträglichkeit von Windrädern in unserer Kulturlandschaft sei es unabdingbar, den großen Nutzen der Windmühlen für die Energiewende mit zu bedenken. „Sie sind unverzichtbar, wollen wir Atom- und Kohlekraftwerke los werden“, stellte Ehret fest. Außerdem gäbe es in Baden-Württemberg schon jetzt genügend potenzielle Standorte, nämlich mehr als 4000, die wegen ihrer Windhöffigkeit in Frage kämen. Trotzdem fordert Ehret vom Land einen Kriterienkatalog mit einer Art Prioritätenliste für Windkraftstandorte, wo Ertrag und mögliche Nachteile für die Natur gegeneinander abgewogen würden. „Gerade für Kommunen sind verlässliche Planungsinstrumente von Vorteil“, so Ehret.

Insgesamt blickt er optimistisch in die Zukunft: Dem Ländlichen Raum eröffneten sich mit dem Ausbau der Windkraft große sozio-ökonomische Chancen. Darüber hinaus bliebe das Geld im Land und oft im eigenen Ort – statt es wie bisher den Großkonzernen in den Rachen zu werfen. Vor allem käme man den ambitionierten Klimaschutzzielen des Landes ein deutliches Stück näher. „Erfolgreicher Naturschutz ist ohne Klimaschutz nicht möglich“, betonte der LNV-Vorsitzende abschließend.

LNV-PM Ländlicher Raum