Artenkenntnis stirbt aus

LNV erinnert anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt am 22. Mai an die Erosion der Artenkenntnis.

Mit seiner „Initiative Artenkenntnis“ setzt sich der Landesnaturschutzverband (LNV) gegen den fortschreitenden Verlust der Artenkenntnis ein. Denn nicht nur viele Arten sterben aus, sondern auch bei den Artenkennern ist ein stetig steigender Mangel zu verzeichnen. Mit einem landesweiten „Tag der Artenvielfalt“ am 26. Juni will der LNV die Natur vor der Haustür erlebbar machen und Artenkenntnisse verschaffen.

 

Der „Tag der Artenvielfalt“ ist Teil der „Initiative Artenkenntnis“, die der LNV vor wenigen Jahren unter Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann gegründet hat. Der LNV nimmt in den letzten Jahrzehnten eine starke Vernachlässigung der Artenkenntnis in den schulischen Lehrplänen und auch in den Hochschulen wahr. Und das hat Folgen. „Kinder kennen 20 Automarken, aber kaum 5 Pflanzen- oder Vogelarten“, klagt LNV-Chef Gerhard Bronner. „Wie sollen sie sich für den Naturschutz einsetzen, wenn sie die Artenvielfalt nicht einmal wahrnehmen?“ Das kann sogar gefährlich werden: Immer wieder hört man von Vergiftungen, weil Bärlauchsammler Herbstzeitlosen erwischt haben. Gegen den Arten-Analphabetismus in der Bevölkerung möchte der LNV mit regelmäßigen Exkursionen in die Natur vorgehen, schwerpunktmäßig im Rahmen des ersten „Tages der Artenvielfalt“.

 

Künftig soll der „Tag der Artenvielfalt“ jährlich im Juni stattfinden. Ziel ist, dass alle Vereine und Organisationen, die sich für die Natur einsetzen, an diesem Wochenende eigene Veranstaltungen auf die Beine stellen. Um die Veranstaltungen zu bewerben, stellt der LNV unter www.tag-der-artenvielfalt-bw.de Vorlagen für Werbematerialien zur Verfügung – etwa für einen Flyer und ein Poster. Naturinteressierte erhalten auf einer sich allmählich füllenden Übersichtskarte Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen.

 

Hintergrund

Der Welttag des Artenschutzes wird jedes Jahr am 3. März begangen, um an die Unterzeichnung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens am 3. März 1973 zu erinnern. Die UNESCO ruft am 22. Mai den Welttag der biologischen Vielfalt aus. Er erinnert daran, dass am 22. Mai 1992 das UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt verabschiedet wurde.

In Deutschland werden diese Tage jedoch kaum begangen – auch weil sie so früh im Jahr liegen, dass sich viele Arten und Lebensräume noch nicht richtig erleben lassen. Mit dem neuen Tag der Artenvielfalt inmitten der sommerlichen Vegetationsperiode möchte der LNV das Potenzial der Artenvielfalt als Veranstaltungsthema voll ausschöpfen und so den Artenreichtum in den Fokus des öffentlichen Interesses stellen.

Der Tag der Artenvielfalt ist Bestandteil der Initiative Artenkenntnis des LNV. Deren Schirmherrschaft hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann übernommen.

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Alle Infos unter www.tag-der-artenvielfalt-bw.de und www.initiative-artenkenntnis.de

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