Mehr Nachhaltigkeit bei der Bioenergie

LNV-Position vom 31.10.2012, überarbeitet September 2015

Bioenergie hat viele Vorteile. Sie kann (fast) überall erzeugt werden, ist speicherbar und kann so Verbrauchsschwankungen ausgleichen. Sie ist vielseitig und lässt sich als Strom, Wärme und Kraftstoff nutzen. Zunehmend werden jedoch auch ihre Schattenseiten sichtbar. Bioenergie tritt in Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Nahrungsproduktion, führt zu erhöhten Agrarimporten (mit Folgen in den Herkunftsländern), kann zur Intensivierung und Monotonisierung der Feldflur führen.

Zustimmung überwiegt

LNV-Pressemitteilung vom 09.12.2014

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) begrüßt die Änderungen im Erneuerbare-Energie-Gesetz weitgehend. „Zielführend sind insbesondere die Ausdehnung der Gültigkeit auf Nichtwohngebäude, die Erhöhung des geforderten regenerativen Anteils auf 15 % und die Flexibilisierung bei der Auswahl der Erfüllungsmöglichkeiten“, stellt Dr. Gerhard Bronner, stellvertretender Vorsitzender des Naturschutzdachverbands, fest.

Erneuerbare-Wärme-Gesetz

LNV-Stellungnahme vom 23.09.2014

Der LNV begrüßt die geplanten Änderungen weitgehend, insbesondere die Ausdehnung von Wohn- auf Nichtwohngebäude, die Erhöhung des geforderten regenerativen Anteils von 10 % auf 15 % und die Ausweitung der Erfüllungsmöglichkeiten. Der LNV fordert allerdings, dass die Jahresarbeitszahl von vorgeschriebenen 3,5 bei elektrisch betriebenen Wärmepumpen messtechnisch im Betrieb nachgewiesen wird.

Verwertung von Biotoppflegegut- durch Biomasse-Verkohlung

LNV unterstützt Studie

Der LNV hat eine Studie der Wissenschaftlerin Carola Holweg unterstützt, in der die Verwertung von Landschaftspflegegut durch Verkohlung untersucht wurde. Schnittgut von Schilfflächen und von Obstbaumschnitt wurde mit zwei verschiedenen Verfahren verkohlt. Es zeigte sich, dass nur das mobile Carbomob-Verfahren mit Verarbeitung vor Ort geeignet ist, nicht aber das HTC-Verfahren.Auch Material mit hoher Restfeuchte, wie etwa Schilf, erwies sich als ungeeignet.

Biokraftstoffe sind schlechter als ihr Ruf

LNV-Pressemitteilung vom 14.10.2013

Der Landesnaturschutzverbandes (LNV) tritt der Propaganda der Bioenergielobby entgegen, welche suggeriert, es seien genug Flächen für den Anbau von Bioenergiepflanzen vorhanden. So behauptet die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), innerhalb der EU stünden 20 Millionen Hektar für Energieerzeugung zur Verfügung. Das hält man beim LNV schlichtweg für falsch. Der LNV lehnt Biokraftstoffe generell ab und kritisiert die mangelnde Nachhaltigkeit vieler Bioenergie-Nutzungspfade. Vielmehr setzt sich der LNV für eine Beschränkung der Bioenergienutzung auf Rest- und Abfallstoffe sowie Nebenprodukte ein.

Rasenschnitt sollte in Biogasanlagen kein Tabu sein

LNV-Pressemitteilung vom 23.9.2013

Der LNV begrüßt die Initiative des Umweltministers Franz Untersteller zur effizienten Nutzung von Bio- und Grünabfällen. Der stellvertretende LNV-Vorsitzende Dr. Gerhard Bronner weist jedoch darauf hin, dass sinnvolle Bioabfall-Nutzungspfade heute durch die Gesetzeslage verhindert werden. „Das Kreislaufwirtschaftsgesetz in Kombination mit der Bioabfallverordnung behandelt beispielsweise Rasenschnitt wie potenziellen Sondermüll und verhindert, dass er in Biogasanlagen eingesetzt werden und dort Mais ersetzen kann“, so Bronner.

Energiewende endlich umsetzen

LNV-Pressemitteilung vom 6.6.2013

Das Weltklima ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und jeder sollte sich dessen bewusst sein. Der Vorsitzende des LNV, Reiner Ehret, fordert deshalb die politischen Entscheidungsträger dazu auf, den populären Reden über die Bedeutung des Umweltschutzes endlich auch entschlossenes Handeln folgen zu lassen.

Falsche Anreize und ungerechte Preispolitik beim EEG

LNV-Pressemitteilung vom 10.1.2013

Der LNV sieht die Aktivitäten des Bundeswirtschaftsministers bezüglich des Erneuerbare Energie Gesetzes (EEG) ebenso kritisch wie Umweltminister Untersteller, der zu einer sorgfältigen Weiterentwicklung des Gesetzes rät. Der LNV warnt auch vor falschen Anreizen beim Thema Biogasanlagen. Für den LNV ist Wirtschaftsminister Rösler das größte Hemmnis der Energiewende. „Rösler hat immer noch nicht verstanden, dass mit Energie nur dann sparsam umgegangen wird, wenn sie auch spürbar etwas kostet.

Energiewende in Baden-Württemberg

LNV- Position vom 31.5.2012

Es ist Konsens, dass für einen wirksamen Klimaschutz und zur Abkopplung von knapper und stetig teurer werdenden fossilen Energieträgern unser Energieversorgungssystem bis zur Mitte dieses Jahrhunderts weitgehend ohne Kohle, Öl und Erdgas auskommen muss. Die Reduktion der energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen duldet keinen weiteren Aufschub. Mit der Atomkatastrophe in Fukushima wurde deutlich, dass die Kernenergie keine geeignete Technologie für mehr Klimaschutz ist.

Bioenergie und Biodiversität

LNV-Info vom 17.3.2010

Naturschutzverträgliche Erzeugung von Biogas
Eine modellhafte Analyse der Auswirkungen der Biogas-Landwirtschaft auf Natur und Landschaft als Grundlage für Handlungsempfehlungen und eine Beratungskonzeption.
Ein Projekt des NABU LV Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Landesnaturschutzverband (LNV) und dem Fachverband Biogas (FB)
Koordination: Institut für Agrarökologie und Biodiversität (IFAB)

Naturschutz-Beurteilung regenerativer Energiegewinnung

LNV-Info 7/2007

Anlagen zur Gewinnung regenerativer Energie sind neben der Energieeinsparung und der Energieeffizienz ein wesentlicher Bau¬stein für eine zukunftsfähige Energiegewinnung ohne fossile Energieträger und ohne Atomkraft. Unter dieser Prämisse sind bei der Bewertung von Eingriffen in Natur und Landschaft durch solche Anlagen Umweltentlastungen selbstverständlich zu berücksichtigen und in ihrem Umfang abzuwägen. Für diese Abwägung sollen hier Hinweise gegeben werden.

Für eine umweltgerechte Energieversorgung

LNV-Info vom 23.6.2005

Der Landesnaturschutzverband (LNV) und die Arbeitsgemeinschaft der Badisch-Württembergischen Bauernverbände streben den Ausbau erneuerbarer Energien an. Sie fordern die Landesregierung auf, weitere konkrete Schritte zu unternehmen. CO2-neutrale Verfahren müssen stärker verbreitet werden. Der Verbrauch endlicher Energieträger (Öl, Gas, Kohle und Kernkraft) muss konsequent zurückgeführt werden, um die Zunahme der Klimaprobleme einzudämmen und den nachfolgenden Generationen mehr Ressourcen zu erhalten.