LNV-Ehrennadel für Hanspeter Pfeiffer aus Aalen

Foto: Dr. Gerhard Bronner, LNV-Vorsitzender, überreicht Hanspeter Pfeiffer(rechts) die LNV-Ehrennadel

Engagierter Naturschützer und langjähriger LNV-Arbeitskreissprecher für den Altkreis Aalen

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) hat bei seiner Mitgliederversammlung am Samstag, 29.04.2022 in Stuttgart Hanspeter Pfeiffer aus Aalen für seine besonderen Verdienste im Natur- und Umweltschutz mit der LNV-Ehrennadel gewürdigt. Die Auszeichnung überreichte der LNV-Vorsitzende Dr. Gerhard Bronner. Die Laudation sprach Andreas Mooslehner vom BUND-Regionalverband Ostwürttemberg.

Vier Jahrzehnte für den Naturschutz aktiv
„Es sind Menschen wie Hanspeter Pfeiffer mit einem klaren Werte-Kompass, die diese Veränderungsprozesse befördern. Über mehr als vier Jahrzehnte ist er mit aktiver Arbeit seinem Herzensthema treu geblieben – in guten und in schlechten Tagen.“ würdigte Laudator Andreas Mooslehner den zu Ehrenden und charakterisierte Hanspeter Pfeiffer als ein Mann des Wortes, der auch in Konflikten einen kühlen Kopf behält und wo immer möglich den Dialog sucht.
Bereits seit 1981, kurz nach der Gründung des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) Ortsverband Aalen, engagierte sich der junge Biologe und Chemiker Hanspeter Pfeiffer, Lehrer an einem Beruflichen Gymnasium, im Natur- und Umweltschutz. Es waren Jahre des Aufbruchs. Damals wuchs die Erkenntnis, dass mit isolierten Einzelaktionen zum Schutz bestimmter Tier- und Pflanzenarten oder mit kleinen Naturreservate der Verlust an Arten und Biotopen und deren Funktionen im Ökosystem nicht gestoppt werden kann. Der Druck auf Natur und Umwelt war flächendeckend so groß geworden, dass Naturschützer gezwungen waren, sich mit grundsätzlichen politischen Fragen auseinanderzusetzen: Mit der Agrarpolitik, der Verkehrspolitik, der Chemie- und Energiepolitik.
Hanspeter Pfeiffer ist seit Anfang 2002 Sprecher des LNV-AK Ostalbkreis/Aalen und war Stellvertreter der LNV-AK im Regierungsbezirk Stuttgart im LNV-Vorstand von 2004 – 2008. Er ist Gründungsmitglied des BUND Ostalbkreis und seit 1982 entweder Vorsitzender oder Stellvertreter des BUND-OV Aalen. In den vielen Jahren seines Engagements erarbeitete er mehr als 1000 fachlich fundierte Stellungnahmen zu Planungsverfahren. Mooslehner betonte, Hanspeter Pfeiffer führe, ohne zu dominieren, bestätige und ermutige Menschen in ihrem Engagement, ohne an die eigenen Belastungsgrenzen zu denken.

UmWelthaus Aalen mitgegründet
Herr Pfeiffer bedankt sich herzlich für die Auszeichnung, die er auch als Auszeichnung für die Mitstreiter vor Ort wertet. Er bestätigt den Titel der LNV-Chronik „Zwischen Frust und Freude“, die das Befinden von Naturschützern gut beschreibe. Oft konzentriere sich das Engagement von ehrenamtlichen Naturschützerinnen und Naturschützern auf Reaktionen auf z. B. Eingriffsplanungen und versuche, schlimmeres zu Verhindern. Lichtblicke sind hingegen Möglichkeiten der Aktion, der aktiven Gestaltung. Herr Pfeiffer nennt als Beispiel die Gründung des UmWelthauses in Aalen, in dem bisher unter anderem mit rd. 20 Ausstellungen auf Umwelthemen aufmerksam gemacht wurde, oder die seit vielen Jahren organisierten Artenschutztage im Ostalbkreis. Für ihn ist das Interesse und das Lachen von Kindern etwa bei den Exkursionen ein großes Geschenk.
Die Motivation für sein ehrenamtliches Engagements ist für Herrn Pfeiffer das Ziel, seinen Kindern und Enkeln eine lebenswerte Zukunft zu hinterlassen. Er schließt seine Ansprache mit einem Zitat von Franz Alt „Zukunft ist kein Schicksalsschlag , sondern die Folge von Entscheidungen, die wir heute treffen“.
In seinem Schlusswort dankte der LNV-Vorsitzende Dr. Gerhard Bronner Hanspeter Pfeiffer sehr für dessen herausragende Leistung für den Natur- und Umweltschutz und überreichte ihm die hoch verdiente LNV-Ehrennadel.

Vor kurzem wurde Hanspeter Pfeiffer das Bundesverdienstkreuz durch Ministerin Thekla Walker verliehen.

Hintergrundinfos

Auszug aus dem Ehrenamtlichen Engagement von Hanspeter Pfeiffer
Natur- und Umweltschutz als Einheit gesehen
In Aalen prägten in den Gründungsjahren die Themen Waldsterben, die Verschmutzung der Kocher, der Autobahnbau A7 und die Westumfahrung Aalens die Arbeit der Naturschützer. Immer ging es um den Verlust der Lebensräume für Tieren und Pflanzen, der letztendlich zum heutigen rasanten Artensterben beitrug. Auch die Umweltverschmutzung der Landschaft, der Gewässern und der Luft war tagtäglich erlebbar.
Sauberes Wasser für den Kocher!
Hanspeter Pfeiffer gehörte aufgrund seiner hohen Fachkenntnis zu dem aktiven Umweltschützern, die die Sanierung des Kochers mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen wie Wasseruntersuchungen bis hin zu Strafanzeigen solange einforderten, bis die Politik endlich reagierte.

Feuchtbiotop Taufbach-Eisweiher bewahrt – Rettet die Frösche!
Der BUND-Ortsverband bewahrte 1983 das Feuchtbiotop an der Musikschule Aalen, den Taufbach-Eisweiher vor der Überbauung und pachtete ihn, um das wertvolle Biotop langfristig zu sichern. Seit fast 40 Jahre beteiligt sich Hanspeter Pfeiffer zusammen mit dem BUND in Absprache mit der Stadt Aalen jedes Jahr an einer aufwendigen Pflegeaktion. Mit Kinder-Ferienprogrammen und naturkundliche Führungen will der Biologe und Pädagoge Pfeiffer in der Bevölkerung die Wertschätzung für diesen bedrohten Lebensraum wecken. Um dem durch Zerstörung und Verschmutzung bedingten Artenrückgang entgegen zu steuern, gründete Hanspeter Pfeiffer Aktionen wie „Rettet die Frösche“.

Gründung Um-Welthaus Aalen
An der Gründung des Um-Welthauses Aalen im September 2014 war Hanspeter Pfeiffer zusammen mit dem BUND, dem Arbeitskreises Naturschutz Ostwürttemberg, der gemeinnützigen Genossenschaft „act for transformation“, der Volkshochschule Aalen und der Stadt Aalen beteiligt. Hier werden seitdem Kurse, Vorträge, Exkursionen und Ausstellungen zur Natur- und Umweltbildung sowie dem Globalen Lernen angeboten. Das UmWelthaus erfüllt die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Leben und ist ein bundesweit einzigartiges Leuchtturmprojekt, getragen von bürgerschaftlichen Engagement.

Aktion Schmetterlingsland Baden-Württemberg
Bei der Aktion Schmetterlingsland ist Hanspeter Pfeiffer einer der tragenden Akteure, ohne die die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen eines solchen Projektes nicht zu schultern wären. Es waren 60 Gruppen mit ca. 1000 Kindern und Erwachsenen beteiligt. Sie züchteten Distelfalter und säten Blumenwiesen für Insekten. Die Ausstellungsführungen mit Bastelangebot fanden sehr großen Anklang.

Fotos in Druckqualität abrufbar unter:
Dr. Gerhard Bronner, LNV-Vorsitzender, überreicht Hanspeter Pfeiffer(rechts) die LNV-Ehrennadel:
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Hanspeter Pfeiffer bei seiner Dankesrede:
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