Neue Heizungsregeln könnten globale Umweltfolgen verschärfen
Bioenergieimporte statt Klimaschutz? Kritik am überarbeiteten Heizungsgesetz
Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV), Dachverband von 37 Naturschutzvereinen in Baden-Württemberg, sieht die Beschlüsse zur Neufassung des sogenannten Heizungsgesetzes (Gebäudeenergiegesetz) kritisch. Nach dem Willen der Berliner Regierungskoalition sollen auch künftig neue Öl- und Gasheizungen zulässig bleiben, wenn sie schrittweise steigende Anteile von Biogas oder Bioöl nutzen.
Der LNV weist jedoch darauf hin, dass es in Deutschland keine nennenswerten Potenziale für eine umweltverträgliche Ausweitung der Bioenergieerzeugung gibt. Ein Ausbau könne daher nur über zusätzliche Importe erfolgen.
Risiken für Regenwälder und globale Lieferketten
Schon jetzt „reiben sich die Soja- und Palmölproduzenten in tropischen Ländern die Hände“. In Brasilien wurde der Verzicht auf Regenwaldrodung zugunsten des Sojaanbaus erst kürzlich aufgehoben; zudem dürfte das Mercosur-Abkommen den Export agrarischer Roh-stoffe weiter erleichtern. So könnte die Neuregelung des Heizungsgesetzes in Deutschland indirekt als Booster für die Regenwaldzerstörung in Brasilien wirken. Obwohl Wissenschaft und Naturschutz seit langem vor einer Ausweitung der Bioenergie-nutzung warnen, scheint das im politischen Berlin kaum Beachtung zu finden.
Warnung des LNV: Keine Energiepolitik auf Kosten der Natur
„Es wäre fatal“, so LNV-Vorsitzender Gerhard Bronner, „wenn eine ideologiegetriebene Aversion gegen Wärmepumpen dazu führen würde, dass das artenreichste Ökosystem der Erde noch schneller zerstört würde, die indigene Bevölkerung ihren Lebensraum verlieren und zahllose Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht würden. Man möchte kein Orang-Utan sein in diesen Zeiten.“
Hintergrundinformationen
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/gebaeudemodernisierung-eckpunkte-heizungsgesetz-100.html







