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Energie aus dem Fluss – Krisenfeste Wärmeversorgung für Baden-Württemberg?

Donnerstag, 24.09.2026, 19:00 bis 21:00 Uhr

Die Veranstaltung findet online statt.

Wärmepotenziale zur Grünen Nah- und Fernwärmegewinnung aus Fließgewässern – Untersuchung für die 80 Großstädte in Deutschland

Mit über 400.000 km Fließgewässernetz und mehr als 185 Milliarden m³ jährlichen mittleren Abfluss sind die Fließgewässer in Deutschland flächendeckend vorhanden und besitzen große Potenziale im Bereich der Wärmegewinnung für Grüne Nah- und Fernwärme.

Aktuelle Untersuchungen der TU Braunschweig zeigen, das alleine im Bereich der Wärmegewinnung aus Fließgewässern bei einem Temperaturentzug von 2 K ein Wärmepotenzial von 430,8 bis 861,5 TWh/a in Deutschland erschlossen werden kann, was bis zu 35,8 % des Endenergiebedarfs, bis zu 64 % des Wärmebedarfs und bis zu 94 % des Wärmebedarfs im Niedertemperaturbereich in Deutschland entspricht.

In den Untersuchungen wurde auch das Flusswärmepotenzial in den 80 Großstädten in Deutschland ausgewertet. 41 der 80 Großstädte können grundsätzlich vom Potenzial her ihren gesamten Raumwärmebedarf zu 100 % und mehr aus den Fließgewässern decken. Auch die Großstädte in Baden-Württemberg ebenso wie die kleineren Gemeinden verfügen mit dem Neckar, Rhein und Donau und den zugehörigen Nebenflüssen über ein erhebliches Flusswärmepotenzial für eine zukunftsfeste grüne Nah- und Fernwärmeversorgung.

Da die Fließgewässer in Deutschland seit 1950 infolge des Klimawandels um 3 bis 4°C wärmer geworden sind, stellt der Wärmeentzug von 2 K für die Gewinnung grüner Nah- und Fernwärme eine geeignete Möglichkeit zur Klimafolgeanpassung, zur ökologischen Gewässersanierung und zur Dekarbonisierung unserer Wärmeversorgung dar, zumal die Trendlinien der untersuchten Fließgewässer zeigen, das bis 2050 die Gewässer sich in Deutschland noch einmal um1 K weiter erwärmen werden, wenn der beobachtete Trend der letzten Jahrzehnte weiteranhält.

Christian Seidel stellt an diesem Abend die Potenziale von 9 Flüssen in Baden-Württemberg vor. Er geht auf die technischen Voraussetzungen ein, die gegeben sein sollten oder geschaffen werden müssten und erörtert auch Herausforderungen, die ein Wärmenetz an verschiedenen Standorten mit sich bringt.

Referent:
Dipl.-Ing. Christian Seidel
Leiter der Arbeitsgruppe Regenerative Energien Technische Universität Braunschweig
Institut für Statik und Dynamik (ISD)
Beethovenstraße 51, 38106 Braunschweig,
c.seidel@tu-bs.de
und
Leiter Arbeitsgruppe Strömungsmechanik im Bauwesen Universität Kassel
Institut für Baustatik und Baudynamik Fachgebiet Baumechanik/Baudynamik
Mönchebergstraße 7, 34109 Kassel

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