Neuigkeiten aus dem Naturschutz in Baden-Württemberg

Die Entwicklung des motorisierten Straßenverkehrs

LNV-Info 4/2007

Ungeachtet der Defizite öffentlicher Kassen geht die Planung zum Bau neuer Straßen munter weiter. Dabei halten die von den Planern angegebenen Gründe für den Bau neuer Straßen einer Überprüfung meist nicht stand. Sie stehen in deutlichem Widerspruch zu verkehrswissenschaftlichen Erkenntnissen und demographischen Fakten. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen kritisiert das falsche Bewertungsverfahren und stellt in seinem Sondergutachten „Umwelt und Straßenverkehr“ (Juni 2005, S.95) fest: „Eine Überschätzung der Nutzeffekte der Infrastrukturprojekte ist die zwangsläufige Folge.”

Energiepass als Energiebedarfsausweis

LNV-Info vom 12.2.2007

Massiver Lobbyeinfluss und völliges Desinteresse des Bundeswirtschaftsministeriums haben dazu geführt, dass es nicht gelungen ist, den seriösen Energiebedarfsausweis durchgehend zu verankern. Vielmehr wird bei bestimmten Gebäuden nur die Dokumentation des Energieverbrauchs durch einen sogenannten Energieverbrauchsausweis anerkannt. Damit wird aber weniger die energetische Qualität des Gebäudes als vielmehr die Sparsamkeit der Bewohner dokumentiert.

Zwei Jahre Verwaltungsreform – eine ernüchternde Bilanz

LNV-Info vom 26.1.2007

Personalabbau und Kürzung der Finanzzuweisung („Effizienzrendite“) müssen bei gleichzeitiger Übertragung neuer Aufgaben zu gravierenden Defiziten bei der Erfüllung der Naturschutzaufgaben der Verwaltung führen. Heute stehen landesweit lediglich 300 Naturschutz-Bedienstete 1.300 in der Flurneuordnung und knapp 1.000 in der Landwirtschaftsverwaltung gegenüber. Im gleichen Zug steigen jedoch die Naturschutzaufgaben, zu nennen wären die Umsetzung von Natura 2000, Mitwirkung bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, Beurteilung der Umweltberichte bei Bebauungsplänen usw.

Naturschutz ist machbar

LNV-Ehrennadel für Gerd Walter

verliehen am 12.4.2006
In seiner Laudatio bezeichnete Gerd Schach, langjähriger Natur-schutz-Wegbegleiter des Geehrten, diesen als einen Glücksfall für den Naturschutz insgesamt. Gerd Walter, der 53 Jahre lang aktiv im Naturschutz tätig war, war seit Gründung des LNV im Jahr 1979 bis 1992 Sprecher des LNV-Arbeitskreises im Alb-Donau-Kreis und von 1985 bis 2000 LNV-Vorstandsmitglied. Er ist Träger der goldenen Ehrennadel des Schwäbischen Albvereins und seit 1999 dessen Ehrenmitglied. † am 19.12.2006

Ende im Gelände


Lesebuch und Film (DVD)

über den verschwenderischen Umgang mit unserer Landschaft
– eine Analyse mit Lösungsansätzen
Produziert vom LNV
Aktuell wird in Baden-Württemberg täglich eine Fläche von über 10 ha (das entspricht 13 Fußballfeldern) bebaut – mit gravierenden ökologischen und ökonomischen Folgen. Die Politik hat das Problem inzwischen wahrgenommen, doch von einer klaren Lösungsstrategie ist man noch weit entfernt.

Erhaltungsziele von Natura 2000 Gebieten

LNV-Info vpm 23.6.2005

Mit der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) haben sich die Mitgliedstaaten der Europäischen Union das Ziel gesetzt, durch Errichtung des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 die Lebensraumtypen und die Populationen von bedrohten Arten so zu schützen, dass ihr Fortbestand in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gewährleistet ist. An dieser übergeordneten Zielsetzung müssen sich die Schutzbemühungen jedes einzelnen Natura 2000-Gebietes orientieren. Darauf ausgerichtet sind deshalb auch die Erhaltungsziele für die Gebiete zu formulieren.

Für eine umweltgerechte Energieversorgung

LNV-Info vom 23.6.2005

Der Landesnaturschutzverband (LNV) und die Arbeitsgemeinschaft der Badisch-Württembergischen Bauernverbände streben den Ausbau erneuerbarer Energien an. Sie fordern die Landesregierung auf, weitere konkrete Schritte zu unternehmen. CO2-neutrale Verfahren müssen stärker verbreitet werden. Der Verbrauch endlicher Energieträger (Öl, Gas, Kohle und Kernkraft) muss konsequent zurückgeführt werden, um die Zunahme der Klimaprobleme einzudämmen und den nachfolgenden Generationen mehr Ressourcen zu erhalten.

Das Wasserstoffauto

LNV-Info vom 9.6.2004

Eine Technik mit zweifelhafter Umweltbilanz
Das Wasserstoffauto mit Brennstoffzellen soll die Lösung für die Verkehrsprobleme der Zukunft sein. Es ist jedoch ein umweltbelastender Irrweg, wie das Umweltbundesamt vermeldet. Es werden häufig “Energieträger” und “Energiequellen” verwechselt. Als Energieträger ist der Wasserstoff tatsächlich sehr emissionsarm, aber nur solange die eigentliche “Energiequelle”, mit deren Hilfe er hergestellt wird, nicht mit in die Bilanz einbezogen wird.

Naturschutzerin am Bodensee

LNV-Ehrennadel für Brigitte Bergmann

verliehen am 28.4.2004
In ihrer Laudatio reihte Gundel Beck-Neumann, langjährige stellvertretende Vorsitzende des LNV, eine beeindruckende Liste der Tätigkeiten und Erfolge der Geehrten auf: Schon 1971, als noch kaum jemand an Umweltschutz dachte, habe Sie einen Arbeitskreis Umweltschutz und eine Jugendgruppe mit über 70 Aktiven gegründet. 1979 rief sie den hiesigen Arbeitskreis des LNV ins Leben, den sie nach 30 Jahren (!) heute noch mit Elan leitet.

Urgestein des Naturschutzes

LNV-Ehrennadel für Peter Stoll

verliehen am 28.4.2004
In seiner Laudatio hob Ehret insbesondere die integrierende Kraft der Persönlichkeit Stolls hervor, der langjährig Präsident des Schwäbischen Albvereins und seit 1991 Vorstandsmitglied des LNV war. Er hätte ihm gerne zusätzlich zur Ehrennadel den Titel “Mr. Nachhaltigkeit” verliehen, da es Peter Stoll wie kein anderer verstanden habe, dem Naturschutzgedanken auch in den großen Wandervereinen zum Durchbruch zu verhelfen.
† am 7.10.2015

Langjähriger Vorsitzender des Landesnaturschutzverbandes

LNV-Ehrennadel für Prof. Günther Reichelt

verliehen am 28.4.2004
Bei der Mitgliederversammlung am 28. April 2004 in Stuttgart hat der LNV die LNV-Ehrennadel Professor Günther Reichelt verliehen, welcher als Landesvorsitzender die Geschicke des LNV von 1975 bis 1991 geleitet hatte. Dr. Gerhard Bronner, stellvertretender Landesvorsitzender des LNV, bezeichnete Professor Reichelt als einen “kämpferischen Naturschützer, der sich schon damals nicht durch Brosamen hat abspeisen lassen, die von Regierungen und Behörden gelegentlich fallen gelassen wurden”.

Leistungsabzeichen Natur

LNV-Info vom 22.4.2004

Der Grundgedanke des „Leistungsabzeichens Natur“ besteht darin, dass der Kenntnis von Pflanzen, Tieren, Fossilien, Mineralien, Himmelskörper, von Heimat und Landschaft durch die Verleihung eines hübschen Abzeichens größere Wertschätzung beigemessen werden soll. Kinder können durch die Teilnahme an geeigneten Veranstaltungen von Naturschutzverbänden und Behörden/Institutionen (Naturschutzzentren, Forstämter, Museen u.a.) das Leistungsabzeichen in drei Stufen erwerben.

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