Neuigkeiten aus dem Naturschutz in Baden-Württemberg

LNV und NABU: Windenergieanlage in Braunsbach muss weiter still stehen

Naturschutzverbände begrüßen Betriebsverbot im Brutgebiet von Greifvögeln
Das Windrad Braunsbach-ORL 6 im Landkreis Schwäbisch Hall darf nicht in Betrieb gehen, auch nicht über Nacht oder im Winter. Damit hat das Verwaltungsgericht Stuttgart mit Beschluss vom 15. Februar 2019 erneut den Umweltverbänden LNV und NABU Recht gegeben und die fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das bereits errichtete Windrad gerügt. Das Gericht verweist in seinem Beschluss darauf, dass der Winter- und Nachtbetrieb bereits beim letzten Verfahren des Verwaltungsgerichtshofs beantragt war und schon damals abschlägig beschieden wurde.

Plettenberg bei Dotternhausen unter Schutz stellen!

Naturschutzwürdig als ökologisches und landschaftliches Kleinod
Der Landesnaturschutzverband hat beim Regierungspräsidium die Ausweisung des Plettenberges bei Dotternhausen (Zollernalbkreis) als Naturschutzgebiet beantragt. Die hohe ökologische Wertigkeit mit dem Vorkommen zahlreicher seltener Tier- und Pflanzenarten erfordere diesen Schritt.

Förmliche Unterschutzstellung begrüßt

LNV-Stellungnahme zu vier FFH-Verordnungen
Aufgrund der EU-Klage gegen Deutschland wegen unvollständiger Umsetzung der FFH-Richtlinie muss auch das Land die FFH-Gebiete förmlich als Schutzgebiete nach nationalem Recht ausweisen. Dies geschieht in vier Sammelverordnungen, einer pro Regierungsbezirk. Der LNV begrüßt in seiner Stellungnahme diesen überfälligen Schritt. Auch der Kartenmaßstab 1:5000 statt bislang 1: 25.000 ist ein deutlicher Gewinn. Der LNV macht jedoch auch beispielhaft auf Mängel z.B. bei der Gebietsabgrenzung (nicht immer nach fachlichen Kriterien), bei den Erhaltungszielen und fehlender Vernetzung der Gebiete aufmerksam.

Natur-Objekte des Jahres 2019

Eine kurze Zusammenstellung des LNV
Wie jedes Jahr soll mit den „Naturobjekten des Jahres“ auf die Gefährdung und den Verlust von Pflanzen, Tieren und anderen Naturobjekten aufmerksam gemacht und die Artenvielfalt gefördert werden. Der LNV hat hierzu wieder eine Liste der Naturobjekte des Jahres 2019 zusammengestellt. Der Atlantische Lachs ist Fisch des Jahres 2019, der trotz erster Erfolge in Deutschland weiter vom Aussterben bedroht ist, da passierbare Flüsse und geeignete Laichhabitate Mangelware sind. Der Lachs ist ein anspruchsvoller Wanderfisch, der unverbaute, saubere Flüsse und Bäche braucht, um vom Meer, seinem Hauptlebensraum, in seine Laichgebiete zu kommen und sich dort erfolgreich fortpflanzen zu können. Dringend muss beides wiederhergestellt werden.

Nicht nachlassen bei der Luftreinhaltung!

Naturschützer: Verwirrung um Feinstaub und Stickoxide
Der Landesnaturschutzverband tritt energisch dem Eindruck entgegen, die Luftbelastung durch Autoabgase werde übertrieben und es bestehe gar keine Gesundheitsgefahr. „Es wäre wünschenswert, wenn Politik und Medien sich mehr an Fakten orientieren würden und z.B. zur Kenntnis nehmen, dass Stickoxide etwas anders sind als Feinstaub“, so LNV-Chef Gerhard Bronner.

LNV-Positionen zum Natur- und Umweltschutz

aktualisierte Auflage 2018
Der LNV bekennt sich mit diesen LNV-Positionen zum Leitbild einer dauerhaft nachhaltigen, im Sinne von umweltgerechten Entwicklung, wie es die Vereinten Nationen in ihrem Aktionsprogramm zur Nachhaltigkeit 1992 in Rio de Janeiro verabschiedet haben. Nachhaltigkeit bedeutet eine engere Verzahnung der drei Säulen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Der Landesnaturschutzverband setzt sich dafür ein, dass das Nachhaltigkeitsgebot in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Eingang findet.

Strengere Abgaswerte – ein Durchbruch für den Klimaschutz

Auf Begeisterung stößt beim Landesnaturschutzverband (LNV) der Beschluss der EU, die Verbrauchswerte in Neuwagen bis 2030 um 37 % zu senken. „Bisher war Klimaschutz im Verkehr eine totale Fehlanzeige“, so LNV-Chef Dr. Gerhard Bronner. „Statt zu sinken, stiegen die Emissionen dank immer höherem SUV-Anteil an der Fahrzeugflotte. Endlich schiebt die EU dem einen Riegel vor.”

Mehr Natur wagen – Tagungsbericht

Das LNV-Zukunftsforum Naturschutz widmete sich unter dem Titel “Mehr Natur wagen – Chance für die Artenvielfalt in Städten und Dörfern? ” dem Thema, dass seit einigen Jahren einerseits eine massive Versiegelung von Grünflächen im Siedlungsbereich zu beobachten ist, andererseits aber immer mehr – auch bedrohte – Tierarten in die Siedlungsbereiche ausweichen. Wir freuen uns, dass sich auch Umweltminister Franz Untersteller der Diskussion mit fast 200 Teilnehmenden stellte .

Aktionsprogramm Jagst bitte weiterführen

Von Seiten des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg (LNV) dankt dessen Vorsitzender Dr. Gerhard Bronner allen Akteuren, insbesondere der Landesregierung und dem Regierungspräsidium Stuttgart für die bisherigen Maßnahmen an der Jagst. Sie seien ein guter Maßstab für Verbesserungen an ähnlichen Flüssen.

LNV-Infobrief Dezember 2018

Im Blickpunkt: Zukunftsthema Natur in der Stadt
Eines der erfolgreichsten Zukunftsforen des LNV liegt hinter dem LNV. Die Resonanz auf die Vorträge – ein bunter Fächer von den philosophischen Grundlagen über wissenschaftliche Erkenntnisse bis zur Praxisumsetzung – war durchweg gut. Und es gingen Impulse aus von der Veranstaltung: Einstimmig verabschiedeten die Teilnehmer/innen zwei Resolutionen, zum Thema Vogelschlag an Glasflächen und gegen die sich rasant ausbreitenden Schottergärten.

LNV: Landesbauordnung muss nachhaltiger werden!

Verbesserungen bei Stellplätzen, Artenschutz, Solarenergie und Begrünung
Land kann und muss mit der Landesbauordnung Städte und Dörfer lebenswerter machen – für Menschen, Tiere und Pflanzen
Nachbesserungen im Bereich Umwelt- und Naturschutz fordert der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) in seiner Stellungnahme zur aktuellen Änderung der Landesbauordnung. So fehlten beispielsweise konkrete Vorgaben zur Absicherung von Glasfassaden gegen den millionenfachen Vogelschlag, zur Nutzung von Solarenergie sowie zur Eindämmung naturfeindlicher Schottergärten. Scharfe Kritik übt der LNV an dem Vorhaben, Autos bei der Anlage von Stellplätzen zu bevorzugen.

LNV-Stellungnahme zum Forstreformgesetz

Standardabbau befürchtet
Der LNV fordert in seiner Stellungnahme zum Forstreformgesetz eine Bündelung von Waldfunktionenkartierung, Waldbiotopkartierung, forstliche Standortskartierung sowie der Forsteinrichtung bei der verbleibenden Forstdirektion statt einer Aufsplitterung der Zuständigkeiten. Weitere LNV-Forderungen betreffen die Definition der „guten fachlichen Praxis“, ein Anhörungsrecht bei Forsteinrichtungen im öffentlichen Wald, die Streichung der Pflicht zur Waldvermehrung, eine Beschränkung von Erstaufforstungen auf Landkreise mit Waldmangel und die ersatzlose Streichung der Pflicht zur Aufforstung brachliegender Flächen. Einen finanziellen Ausgleichs für Allgemeinwohlverpflichtungen im Kommunalwald lehnt der LNV ab. Der LNV begrüßt die Verankerung der forstlichen Beratung und die Waldpädagogik als staatlicher Bildungsauftrag.

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