Zumeldung zur Pressemitteilung des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) vom 30.07.2026 – Novelle zum EEG 2027 verschenkt Potenzial
Ganz anderer Meinung als das MLR ist der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V. (LNV). Er sieht die Produktion von Bioenergie aus Anbaubiomasse als einen fatalen Irrweg an, der im Vergleich zu anderen regenerativen Energieformen ineffizient und teuer ist und die Artenvielfalt schädigt.
Dr. Gerhard Bronner, Vorsitzender des LNV, sagt dazu: „Die Biogasnutzung auf der Basis von Anbaubiomasse, zumeist ohne sinnvolle Wärmenutzung, ist schlecht für die Natur. Denn sie hat in großem Umfang zu Grünlandumbruch und zur Zerstörung von Biotopen geführt.“
Zudem bemängelt der LNV, dass die Biogasnutzung die Konkurrenz um landwirtschaftliche Flächen extrem verschärft hat. Landwirte, die keine Energie produzieren, könnten sich in manchen Regionen die Pachtpreise nicht mehr leisten. Außerdem werde es so immer schwerer, Flächen für Pflichtaufgaben wie die Gewässerentwicklung und den Biotopverbund zu finden, kritisiert der LNV. Biogasanlagen benötigen etwa 40-mal so viel Fläche wie Photovoltaikanlagen, um die gleiche Menge an Strom zu erzeugen.
Von der sinnvollen Nutzung von Reststoffen wie Gülle, Festmist und Ernteresten habe sich die Biogaserzeugung weit entfernt, so die Verbände. Mais- und Grassilage bringen mehr Energie und dank hoher Einspeisevergütungen auch Gewinne für die Betreiber.
„Ein Weiterbetrieb von Biogasanlagen ist nur dann akzeptabel, wenn das Gas aus Reststoffen stammt und idealerweise eine umfassende Wärmenutzung in angeschlossenen Wärmenetzen erfolgt“, so der LNV.
Damit könne aber nur ein Bruchteil der vorhandenen Anlagen betrieben werden. Alle anderen Anlagen sollten nach Auslaufen der Förderung schließen.
Link zur Original Pressemitteilung des MLR: Novelle zum EEG 2027 verschenkt Potenzial: Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg







