21. März 2014, Pressemitteilung Wasserkraft mit Licht und Schatten

LNV lehnt neue Wasserkraftanlagen an unbelasteten Kleingewässern ab

LNV zum Weltwassertag „Wasser und Energie“ am 22. März 2014

Wasserkraft und Energie – das Thema ist auch in Baden-Württemberg heftig umstritten. Während die Betreiber von Wasserkraftwerken die lange Tradition und die emissionsfreie Energiequelle betonen, sehen Gewässerökologen und Angler in manchen Turbinen schlicht „Fischhäckselanlagen“ und ein Hemmnis für die Entwicklung naturnaher Gewässer.

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV), Dachverband von 34 Natur- und Umweltschutzvereinen, hält das umweltverträgliche Potenzial der Wasserkraft für weitgehend ausgeschöpft. Lediglich manche Reaktivierung früherer Anlagen und eine effizienterer Technik bei bestehenden Kraftwerken sind für den LNV vertretbar. „Der Beitrag neuer Wasserkraftanlagen für die Energiewende dürften allerdings im homöopathischen Bereich liegen“, stellt Dr. Gerhard Bronner, stellvertretender LNV-Vorsitzender des Naturschutz-Dachverbandes fest.

Neue Wasserkraftwerke an unbelasteten Kleingewässern zu bauen, lehnen die Naturschützer strikt ab. „Gewässer müssen in beiden Richtungen durchgängig sein. Nur so erhält der Lachs wieder eine Chance im Schwarzwald“, so Gerhard Bronner. Dabei sehen die Naturschützer großen Verbesserungsbedarf bei bestehenden Anlagen. „Viele Kraftwerke, wie beispielsweise das Wasserkraftwerk Stallegg in der Wutachschlucht, erhalten eine erhöhte Einspeisevergütung, weil sie angeblich ökologische Verbesserungen durchgeführt haben. Die dürftigen Gutachten, die dies belegen sollen halten allerdings oft keiner fachlichen Prüfung stand“, weiß Bronner. Der LNV hat deshalb in Einzelfällen bereits Netzbetreiber aufgefordert, die erhöhte Einspeisevergütung zu verweigern und bereits erbrachte Zahlungen zurückzufordern. Dringend erforderlich wäre, dass durch Fischpässe, erhöhte Mindestwassermengen oder anderen Maßnahmen tatsächlich ökologische Verbesserungen zum Tragen kommen.

Dass der Neckar zwischen Rottweil und Horb wegen der Wasserentnahme für Wasserkraftanlagen streckenweise zu einem kümmerlichen Rinnsal reduziert wurde, hält der LNV für skandalös und einen permanenten Verstoß gegen das Wassergesetz und die europäische Wasserrahmenrichtlinie.

LNV-PM zum Weltwassertag

Themen zu diesem Artikel: Energie, Pressemitteilung, Wasser, Wasserkraft

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