20. März 2013, Pressemitteilung Waldnutzung und Waldschutz sollten im Einklang sein

zum Tag des Waldes am 21.3. LNV fordert Gesetz zu naturnaher Waldwirtschaft

Der LNV macht sich für eine Verpflichtung zur naturnahen Bewirtschaftung der Wälder stark. Nur ein gesunder Wald ist dem Dachverband der Natur- und Umweltschutzverbände zufolge widerstandsfähig gegen Schädlinge und Wettereinflüsse, sichert die Artenvielfalt und ermöglicht eine nachhaltige Holzwirtschaft.

„Nach wie vor ist der Gesundheitszustand der Wälder kritisch“, sagt der LNV-Vorsitzende Reiner Ehret. Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft und Schadstoffe aus der Luft sowie die vielfältigen Auswirkungen des Klimawandels seien hierfür verantwortlich.

Knapp 40 Prozent der Landesfläche in Baden-Württemberg sind mit Wald bedeckt. Intakte Wälder dienen der Wasserversorgung, dem Klima- und Bodenschutz, der Erhaltung der biologischen Vielfalt und sind ein wichtiger Erholungsraum für den Menschen.

Naturnahe Laubmischwälder sind widerstandsfähiger gegen Sturmwurf, Schneebruch oder Insektenbefall als Nadelwälder. Zudem garantieren sie eine große Artenvielfalt. Im Laufe der letzten 200 Jahre hat die moderne Forstwirtschaft allerdings fast überall den Nadelholzanbau vorangetrieben.

Der LNV setzt sich für eine Rückgewinnung von Laubmischwäldern durch eine naturnahe Waldwirtschaft ein, welche Waldnutzung und Waldschutz in sich vereint. Der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln ist für den LNV ebenso tabu wie großflächige Baumfällungsaktionen. „Wir fordern eine gesetzliche Verpflichtung zur naturnahen Waldbewirtschaftung“, stellt Ehret klar. Diese müsste sowohl im Bundes- als auch im Landeswaldgesetz verankert werden.

Aus Sicht des LNV sollte auch die Forstverwaltung personell und finanziell gestärkt werden. „Der Kahlschlag bei der staatlichen Forstverwaltung während der letzten beiden Jahrzehnte ist mit einem nachhaltigen Waldbau nicht vereinbar“, betont Ehret. Die andauernde Mittelkürzung sei sowohl volkswirtschaftlich als auch betriebswirtschaftlich ein Fehler, da sie zur Verschlechterung des Waldzustands beitrage und künftige Holzerträge schmälere „Wir regen zudem eine fachkompetente Beratung und Betreuung kleiner Privatwaldbesitzer an“, so der LNV-Chef. Außerdem sollte die
Öffentlichkeit detaillierter über den Zustand der Wälder in den verschiedenen Regionen des Landes informiert werden.

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e. V. (LNV) ist Dachverband der Natur- und Umweltschutzverbände in Baden-Württemberg. In ihm sind 33 Vereine mit ca. 540.000 Mitgliedern organisiert. Er vertritt nach § 66 Abs. 3 NatSchG die Natur- und Umweltschutzvereine des Landes und ist anerkannter Natur- und Umweltschutzverband nach § 3 Umweltrechtsbehelfsgesetz.

Themen zu diesem Artikel: Pressemitteilung, Wald und Forst

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