14. März 2014, Pressemitteilung S21-Gutachten berücksichtigt zu wenig Bahn-Reisende

Bei entspannter Betriebssituation jeder Bahnhof gut

Eine vom Verkehrsministerium in Auftrag gegebene Analyse des Reisendenstroms kommt zu dem Ergebnis, dass bei einer mittelmäßigen Belastung (bis zu 29 Ankünfte pro Stunde) der geplante Tiefbahnhof S21 bei gleich hoher Belegung der Bahnsteige einen besseren Reisendenfluss als der bestehende Kopfbahnhof bietet. Diese Aussage ist für den LNV deshalb wertlos, weil es bei der doppelten Anzahl von Bahnsteigen im bestehenden Kopfbahnhof nach Adam Riese nie zu einer gleichen Belegung der Bahnsteige wie im S21-Bahnhof kommen kann. Außerdem wird in einer relativ entspannten Betriebssituation jeder Bahnhof einen guten Reisendenfluss aufweisen.
Aufschlussreicher ist für den LNV die Aussage des Gutachtens im Hinblick auf einen prognostizierten Zuwachs von bis zu 49 Ankünften pro Stunde, wie es z. B. der im Schlichtungsverfahren geforderte Stresstest vorsieht. Dann nämlich schneidet der S21-Bahnhof beim Bewegungskomfort der Reisenden deutlich schlechter ab als der Kopfbahnhof. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass der Kopfbahnhof die doppelte Anzahl von Bahnsteigen hat und sich dadurch Züge und Reisende weitaus besser verteilen lassen. Im geplanten Tunnelbahnhof mit nur 8 (statt 16!) Bahnsteigen und höherer Frequenz von Zügen am gleichen Bahnsteig kann sich der Fahrgastandrang zu und von den Zügen nicht mehr abbauen, die Gefahr einer Staus – und bei Notfällen – von Paniksituationen nimmt logischerweise zu.
Für den LNV ist es völlig inakzeptabel, dass S21-Befürworter diesen Aspekt der vorliegenden Reisendenstromanalyse einfach ausblenden und die objektiv vorhandene Kapazitätsverengung durch S21 nicht wahrnehmen wollen. Eine Erklärung versuchte der Vorsitzende des LNV, Reiner Ehret: „Hochglanzprospekte der S21-Betreiber zeigen immer nur wenige Reisende und wenige Züge pro Stunde. Und das ist auch das Problem jener Studie, die momentan so viel Wirbel macht. Sie zeigt den „gemütlichen Normalfall“, nicht aber jene Situation, die heute jeder Bahnnutzer zur Genüge kennt (nehmen wir nur den Freitagnachmittag!): 16 Gleise und 16 Bahnsteige des Kopfbahnhofs sind voll ausgelastet. Nur 8 Bahnsteige des Tiefbahnhofs werden deshalb in derselben Situation rettungslos überbelastet sein!“

S21-Tiefbahnhof-Reisenden-Stromanalyse

Themen zu diesem Artikel: Mobilität / Verkehr, Pressemitteilung, Schiene

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