Kosten der Energiewende

Dr. Joachim Nitsch, Stuttgart

Die Kosten der Energiewende –
vollständig und längerfristig betrachtet.

Für Brennstoffe, Kraftstoffe und Strom geben Haushalte, Gewerbe und Industrie jährliche gewaltige Geldsummen aus – mit steigender Tendenz. Die Aufwendungen für Strom sind davon nur ein Teil, diejenigen für die Förderung erneuerbarer Energien liegen bei 5% der Gesamtausgaben. Beträchtliche Kosten der fossilen Energieversorgung tauchen in heutigen Energiepreisen überhaupt nicht auf. Der Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft unseres Energiesystems macht deutlich dass uns nur eine wirksame Strategie einer deutlichen Effizienzsteigerung und des weiteren Ausbaus der erneuerbaren Energien vor zukünftig unerschwinglichen Energiekosten schützen und die durch den Klimawandel hervorgerufenen Schäden in erträglichen Grenzen halten wird.
Sind 250 Mrd. € oder gar 330 Mrd. € für die „Energiewende“ hohe Kosten? Gefährden diese Aufwendungen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands, wie in einigen Medienbeiträgen
gelegentlich befürchtet wird? Besteht die Gefahr, dass Strom infolge der steigenden EEG-Umlage „unbezahlbar“ wird, wie einige Politiker und Verbandsvertreter behaupten? Steigen die Kosten der „Energiewende“ nur deshalb, weil das EEG den Ausbau der erneuerbaren Energien (EE) unverhältnismäßig stark beschleunigt? Um dies korrekt beurteilen zu können, muss man zu allererst Informationen über den Gesamtumfang der Energieausgaben aller Energieverbraucher besitzen, um die zahlreichen, meist aus dem Zusammenhang gerissene Kostenangaben zu neuen Energietechnologien einordnen und bewerten zu können.

Die gesamte Energierechnung unserer Volkswirtschaft

Die jährliche Energierechnung aller Energieverbraucher in Deutschland beläuft sich derzeit ohne Steuern auf die beachtliche Summe von knapp 200 Mrd. € (Abb. 1; linke Balken). Auf rund 80 Mrd. €/a bzw. 40% belaufen sich die Ausgaben für Strom, 67 Mrd. €/a geben wir für Brennstoffe (Heizöl, Kohle, Erdgas) aus, weitere 50 Mrd. €/a kosten uns Kraftstoffe. Steuern (vorwiegend Mineralölsteuer und Mehrwertsteuer) ergeben weitere 80 Mrd. €/a. Seit 2000 sind die Energieausgaben (ohne Steuern) um 62 Mrd. €/a bzw. um gut 30% gestiegen, was einem mittleren jährlichen Anstieg um 3,4%/a entspricht – ein Anstieg der deutlich über der jährlichen Inflationsrate liegt. Der Anstieg beim Strom war mit knapp 30 Mrd. €/a am stärksten, (Abb. 1, Kasten). Die hauptsächlichen Preistreiber auf dem Energiemarkt sind die fossilen Energien.

Das vollständige LNV-Info finden Sie hier:

LNV-Info 5/2012