Auch kleine Wasserkraft kann großen Schaden verursachen

LNV begrüßt Landesförderprogramm, mahnt aber zur Berücksichtigung der Gewässerökologie

Anlässlich der vom Umweltministerium angekündigten Förderung der Modernisierung der so genannten kleinen Wasserkraft, macht der Dachverband der Natur- und Umweltschutzverbände in Baden-Württemberg darauf aufmerksam, dass auch kleine Wasserkraftanlagen einen Eingriff in die Wasserökologie darstellen. Modernisierungsmaßnahmen sollten deshalb nur mit großer Umsicht vorgenommen werden. Selbstverständlich seien alle Vorhaben, die zu einer klimaschonenden Energiegewinnung beitragen, begrüßenswert.

Der LNV unterstützt die Modernisierung bestehender Wasserkraftanlagen, lehnt aber den Bau von Neuanlagen ab. „Bei der Reaktivierung und Ertüchtigung bestehender Wasserkraftanlagen ist den ökologischen Belangen Rechnung zu tragen“, sagt der stellvertretende LNV-Vorsitzende Dr. Gerhard Bronner. Die Gewässer müssten für Wanderfische wie Lachs und Aal durchwanderbar und die Gesamtbilanz für die Gewässerökologie positiv sein, so der Umweltexperte.

In Baden-Württemberg gibt es über 1600 Kleinwasserkraftanlagen, welche laut Landesfischereiverband an sich schon eine erhebliche Belastung für die Ökologie der Fließgewässer darstellen. Man befürchtet, die negativen Auswirkungen auf Gewässerorganismen und aquatische Lebensräume könnten durch Modernisierungsmaßnahmen nur unzureichend behoben werden. Bei bestehenden, bislang ungenutzten Querbauwerken sollte deshalb die Möglichkeit eines Rückbaus im Zuge einer Renaturierung geprüft werden.

Der LNV setzt sich auch für eine Überprüfung der Restwassermengen bei bestehenden Wasserkraftwerken ein und für eine Kontrolle der Auflagen ein. „Was im Oberlauf des Neckars in Ausleitungsstrecken an Restwasser verbleibt, ist eine Schande und nicht mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie vereinbar“, kritisiert Bronner.

Insgesamt sieht man beim LNV in der Ertüchtigung der kleinen Wasserkraft aber
eine Chance für die Zukunft. „Wir hoffen, dass die Effizienz bestehender älterer Anlagen durch neue Techniken verbessert wird“, so der LNV-Vize.

LNV-PM zur Wasserkraft