Neuigkeiten aus dem Naturschutz in Baden-Württemberg

Zürich als Vorbild für den Stuttgarter Stadtverkehr

Umweltverbund stärken und Autoverkehr unattraktiver machen
Es kommt nicht darauf an, vermeintlich bessere Standorte für Messstellen zu suchen, sondern nachhaltig die Luftschadstoffe zu reduzieren, meint LNV-Chef Dr. Gerhard Bronner und verweist auf Erfolge in Zürich. Die Schweizer Metropole privilegiert den Umweltverbund (Fuß- und Radverkehr, ÖPNV) konsequent und macht zugleich den Autoverkehr unattraktiver.

LNV: Diskussion um Grenzwerte ist zynisch

Luftreinhaltung und Gesundheit
Neue Mainzer Studie bestätigt: vierzig Mal mehr vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung als durch Verkehrsunfälle
Gestern wurde über eine neue Studie Mainzer Chemiker und Mediziner über die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung berichtet. „Nach der Studie verliert jeder von uns im Schnitt etwa zwei Lebensjahre durch Luftverschmutzung. Angesichts dieser Zahlen von zu strengen Grenzwerten zu sprechen, ist zynisch und geht an der wissenschaftlichen Sachlage völlig vorbei“, sagt der Vorsitzende des Landesnaturschutzverbandes (LNV) Gerhard Bronner. In Deutschland komme es durch Feinstaub und andere Luftschadstoffe zu rund vierzig Mal mehr vorzeitigen Todesfällen als durch Verkehrsunfälle.

LNV: Keine Tricksereien bei Messstellen!

Koalitionsstreit um Verkehrsbeschränkungen in Stuttgart
Neue Messstellen können das Problem nicht lösen, warnt LNV-Chef Bronner
Im aktuellen Koalitionsstreit um Verkehrsbeschränkungen und neue Luft-Messstellen in Stuttgart warnt der Landesnaturschutzverband (LNV) vor Tricksereien. „Manche kommen im Kampf gegen Fahrverbote auf originelle Ideen, die aber bei näherer Betrachtung völlig daneben sind“, meint LNV-Vorsitzende Gerhard Bronner. „Messstellen in größerer Höhe anzubringen oder dort, wo nicht so viele Autos fahren, ist rechtlich unzulässig und reine Augenwischerei ohne Gesundheitseffekt.“

Natur-Objekte des Jahres 2019

Eine kurze Zusammenstellung des LNV
Wie jedes Jahr soll mit den „Naturobjekten des Jahres“ auf die Gefährdung und den Verlust von Pflanzen, Tieren und anderen Naturobjekten aufmerksam gemacht und die Artenvielfalt gefördert werden. Der LNV hat hierzu wieder eine Liste der Naturobjekte des Jahres 2019 zusammengestellt. Der Atlantische Lachs ist Fisch des Jahres 2019, der trotz erster Erfolge in Deutschland weiter vom Aussterben bedroht ist, da passierbare Flüsse und geeignete Laichhabitate Mangelware sind. Der Lachs ist ein anspruchsvoller Wanderfisch, der unverbaute, saubere Flüsse und Bäche braucht, um vom Meer, seinem Hauptlebensraum, in seine Laichgebiete zu kommen und sich dort erfolgreich fortpflanzen zu können. Dringend muss beides wiederhergestellt werden.

Biber in Baden-Württemberg

LNV-Info 3/2007

nser größtes heimisches Nagetier erobert seit seinem ersten Wiederauftreten in Baden-Württemberg um 1980 unaufhaltsam von vier Seiten unser Land: Von Nordosten über Altmühl und Wörnitz, von Südosten über Donau und Iller, von Süden aus der Schweiz über den Hochrhein und (hier allerdings zaghaft) von Westen aus Frankreich vom Elsass her. Die erfolgreiche Reproduktion und die jetzigen “Wanderungszugewinne” lassen die Prognose zu, dass Baden-Württemberg unter den jetzigen “Rahmenbedingungen” vermutlich in einigen Jahrzehnten wieder flächendeckend zum Biberland geworden ist.

Vogelschlag an Glasflächen

MdL Nemeth (CDU) und Landesnaturschutzverband fordern weitere Schritte
n einer kleinen Anfrage an das Umweltministerium begehrte MdL Paul Nemeth (CDU) Auskunft über die Problematik des Vogelschlages. Zuvor hatte der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) unter Hinweis auf rund 15 Millionen toter Vögel pro Jahr im Land eine Regelung in der Landesbauordnung gefordert. In der Antwort auf die Anfrage bestätigte das Umweltministerium, dass die vom LNV genannte Zahl der jährlich getöteten Vögel „nicht unplausibel“ sei. Vogelschlag an Glasflächen sei ein wesentliches Problem des Artenschutzes und könne bei manchen Arten eine Mit-Ursache für ihren Rückgang sein.

LNV und NABU: Windenergieanlage in Braunsbach muss weiter still stehen

Naturschutzverbände begrüßen Betriebsverbot im Brutgebiet von Greifvögeln
Das Windrad Braunsbach-ORL 6 im Landkreis Schwäbisch Hall darf nicht in Betrieb gehen, auch nicht über Nacht oder im Winter. Damit hat das Verwaltungsgericht Stuttgart mit Beschluss vom 15. Februar 2019 erneut den Umweltverbänden LNV und NABU Recht gegeben und die fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das bereits errichtete Windrad gerügt. Das Gericht verweist in seinem Beschluss darauf, dass der Winter- und Nachtbetrieb bereits beim letzten Verfahren des Verwaltungsgerichtshofs beantragt war und schon damals abschlägig beschieden wurde.

Plettenberg bei Dotternhausen unter Schutz stellen!

Naturschutzwürdig als ökologisches und landschaftliches Kleinod
Der Landesnaturschutzverband hat beim Regierungspräsidium die Ausweisung des Plettenberges bei Dotternhausen (Zollernalbkreis) als Naturschutzgebiet beantragt. Die hohe ökologische Wertigkeit mit dem Vorkommen zahlreicher seltener Tier- und Pflanzenarten erfordere diesen Schritt.

Förmliche Unterschutzstellung begrüßt

LNV-Stellungnahme zu vier FFH-Verordnungen
Aufgrund der EU-Klage gegen Deutschland wegen unvollständiger Umsetzung der FFH-Richtlinie muss auch das Land die FFH-Gebiete förmlich als Schutzgebiete nach nationalem Recht ausweisen. Dies geschieht in vier Sammelverordnungen, einer pro Regierungsbezirk. Der LNV begrüßt in seiner Stellungnahme diesen überfälligen Schritt. Auch der Kartenmaßstab 1:5000 statt bislang 1: 25.000 ist ein deutlicher Gewinn. Der LNV macht jedoch auch beispielhaft auf Mängel z.B. bei der Gebietsabgrenzung (nicht immer nach fachlichen Kriterien), bei den Erhaltungszielen und fehlender Vernetzung der Gebiete aufmerksam.

LNV-Infobrief Februar 2019

Im Blickpunkt: Dichtestress

in den 1970er Jahren experimentierte der Verhaltensforscher John Calhoun mit Mäusen, die er in hoher Dichte in mäuseparadiesisch gestalteten Käfigen hielt. Nach einer starken Vermehrung der Tiere stabilisierte sich die Population aber nicht auf hohem Niveau sondern brach zusammen und die Tiere zeigten erhebliche Verhaltensstörungen.

Nicht nachlassen bei der Luftreinhaltung!

Naturschützer: Verwirrung um Feinstaub und Stickoxide
Der Landesnaturschutzverband tritt energisch dem Eindruck entgegen, die Luftbelastung durch Autoabgase werde übertrieben und es bestehe gar keine Gesundheitsgefahr. „Es wäre wünschenswert, wenn Politik und Medien sich mehr an Fakten orientieren würden und z.B. zur Kenntnis nehmen, dass Stickoxide etwas anders sind als Feinstaub“, so LNV-Chef Gerhard Bronner.

LNV-Positionen zum Natur- und Umweltschutz

aktualisierte Auflage 2018
Der LNV bekennt sich mit diesen LNV-Positionen zum Leitbild einer dauerhaft nachhaltigen, im Sinne von umweltgerechten Entwicklung, wie es die Vereinten Nationen in ihrem Aktionsprogramm zur Nachhaltigkeit 1992 in Rio de Janeiro verabschiedet haben. Nachhaltigkeit bedeutet eine engere Verzahnung der drei Säulen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Der Landesnaturschutzverband setzt sich dafür ein, dass das Nachhaltigkeitsgebot in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Eingang findet.

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