LNV-Infobrief Dezember 2019

Im Blickpunkt: Landwirtschaftspolitik

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Naturschützerinnen und Naturschützer,

eine schlagwortartige Nachlese zum LNV-Zukunftsforum “EU-Agrarreform – was blüht uns da?” am 16.11.2019 in Stuttgart:

  • Vielen Landwirten steht das Wasser bis zum Hals. Sie leiden unter Kritik und sinkenden Preisen für ihre Produkte. Zunehmend unterliegen gute Böden einem Preiskampf, kleine Landwirtschaftsbetriebe geben auf.
  • Die Weltbevölkerung soll ernährt werden. “Containern” ist in Deutschland strafbar. Viele Lebensmittel werden importiert und viele weggeworfen. Noch nie waren in Deutschland Lebensmittel so billig wie heute.
  • Versiegelung in Deutschland immer noch 60 Hektar/Tag. Kleinstrukturen verschwinden. Stickstoffeinträge belasten das Grundwasser als unsere wichtigste Trinkwasserquelle und tragen massiv zum Artensterben bei, das nicht erst seit der Krefeld-Studie grassiert. Der Stumme Frühling wird wahr: die ausgebrachten Gifte werden immer subtiler. Die Agrarlobby wird von Chemiekonzernen gestützt, „Bauer Willi“ ist Teil davon.
  • Arten- und Umweltschutz sind angeblich völlig übertrieben. Der Bauernverband will eine “Zukunftsperspektive ohne Überregulierung und Verbotspolitik “. Freiwillig soll die Welt gerettet werden. Man will ja niemandem wehtun.

Sind die grünen Kreuze etwa doch Mahnmale für die negativen Entwicklungen in unserer Umwelt und für das Massensterben unserer heimischen Biodiversität?

Es geht auch anders:

  • Die großen Natur- und Umweltschutzverbände arbeiten längst mit “der Landwirtschaft” zusammen.
  • Eine Verschiebung von Mitteln aus der 1. in die 2. Säule im Rahmen der laufenden GAP-Verhandlungen könnte bei intelligenter Ausformung einen Weg hin zu mehr Arten-, Grundwasser- und Tierschutz öffnen.
  • Das “Eckpunktepapier ” der Landesregierung ist eine recht differenzierte Antwort auf das unzureichend durchdachte und deshalb vom LNV nicht unterzeichnete Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Viele Forderungen der Natur- und Umweltschutzverbände werden aufgegriffen. Aber: Stickstoffüberschüsse müssen noch schneller reduziert werden. Pestizide dürfen nicht in Oberflächengewässer und Grundwasser gelangen. Die Artenvielfalt muss auch durch extensive Beweidung oder durch Altgrasstreifen auf Mähwiesen gefördert werden. Blühbrachen müssen optimiert werden, besser mehrjährig, statt einjährig.
  • “Wir haben es satt” mobilisiert auch für Demos, das nächste Mal am 18. Januar 2020 in Berlin und Tübingen, errechnet aber immerhin eine CO2-Kompensation für die Trecker.

Machen wir uns an die Arbeit. Wir haben keine Zeit zu verlieren.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Michael Koltzenburg
LNV-Vorstandsmitglied

 

Inhalt

LNV Aktiv
Aus den LNV-Arbeitskreisen
Aus Politik und Verwaltung
Daten, Fakten, Hintergründe
Stellenausschreibung
LNV Intern
Aus den Mitgliedsvereinen
Zum Mitmachen und Hingehen
Bücher, Filme, Neuigkeiten
und außerdem

LNV-Infobrief als pdf zum Herunterladen

LNV aktiv

Gelungenes LNV-Zukunftsforum zur Agrarreform

Voll besetzter Saal mit vielen Interessierten an Landwirtschaftspolitik

„EU‐Agrarreform – was blüht uns da?“, fragte der LNV provokant beim diesjährigen „Zukunftsforum Naturschutz“. Trotz hochkarätiger Referenten konnte niemand eine gesicherte Antwort geben. Denn die Weichen für die zukünftige Agrarpolitik werden derzeit in der EU gestellt. Umso eindrücklicher waren die verschiedenen Einschätzungen, Sichtweisen und Forderungen, die die Referenten aus Landwirtschaft, Naturschutz, Politik und Forschung den über 200 Teilnehmenden vorstellten. Am Ende wurde eine Resolution verabschiedet: EU, Bund und Land sollen Agrarpolitik auf eine nachhaltigere Landwirtschaft hin ausrichten. Logr
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Borstgrasrasen ist Pflanzengesellschaft des Jahres 2020

Der LNV hat die Naturobjekte des Jahres zusammengestellt

Der LNV hat wieder eine Kurzliste der Naturobjekte des Jahres zusammengestellt. Die Pflanzengesellschaft 2020 ist der Borstgrasrasen. Die auf nährstoffarme Standorte und eine extensive Nutzung angewiesene Pflanzengesellschaft ist besonders bedroht. Es sind dringend Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung notwendig. Traditionell bewirtschaftete Borstgrasrasen sind blütenreich und tragen zu einem abwechslungsreichen Landschaftsbild bei. Die Liste hat noch Lücken. Helfen Sie uns, diese zu schließen. Sch
Naturobjekte des Jahres 2020

Meinungsaustausch zwischen LNV und Bodenseebauern

Gespräch zum Eckpunktepapier der Landesregierung

LNV-Vorsitzender Gerhard Bronner und der Sprecher des LNV-Aks Konstanz, Eberhard Koch, trafen sich am 04.12.2019 zu einem Meinungsaustauch mit zehn Bodenseebauern in Überlingen. Die Wein- und Obstbauern waren durch vehemente Ablehnung des Volksbegehrens “Rettet die Bienen” hervorgetreten und lehnen auch das Eckpunktepapier als zu weitreichend und existenzgefährdend ab. Besonders die angestrebte Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln und die Bevorzugung des Biolandbaus sind ihnen ein Dorn im Auge. Der Meinungsaustusch erfolgte in einer konstruktiven, sachlichen Atmosphäre. Auch wenn es (noch?) nicht zu einer Annäherung der Positionen pro oder contra Eckpunktepapier kam, wuchs doch das Verständnis für die jeweils andere Seite. Der Austausch kam zu Stande durch Vermittlung von Gerhard Weyers, Landwirt und Naturschutzaktivist aus Sipplingen. Er soll zu gegebener Zeit fortgesetzt werden. Bronner

LNV-Pressemitteilungen

LNV: Weder Hotel noch Panoramahütte im Bernauer Schutzgebiet genehmigungsfähig
Zumeldung zur Pressemitteilung Nr. 104/2019 des Petitionsausschusses von Baden-Württemberg

Aus den LNV-Arbeitskreisen

Brauchen wir noch neue Einfamilienhäuser?

Demographie und Neubaugebiete; Vortrag von Stefan Flaig (Ökonsult)

Der LNV-AK Reutlingen hat Stefan Flaig von Ökonsult zu einem ebenso interessanten wie erhellenden Vortrag „Demografie und Neubaugebiete – Brauchen wir überhaupt noch Einfamilienhäuser? Wie bekommen wir mehr preiswerten Wohnraum?“ am 16.10.2019 in Reutlingen eingeladen. Interessierte können den sehr faktenreichen Beitrag zur Wohnbaudiskussion auf YouTube einsehen. Logr
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Aus Politik und Verwaltung

Panische Gefühle angesichts des Klimawandels

Ministerpräsident Winfried Kretschmann fordert Maßnahmen

Im Interview mit der Stuttgarter Zeitung beschreibt Ministerpräsident Winfried Kretschmann, wie die Veränderungen von Klima und Natur ihn verstören – und gleichzeitig in seinen Forderungen nach Maßnahmen bestärken. Er betonte, BW müsse zeigen, dass Wohlstand ohne Klima- und Umweltzerstörung möglich ist, das sei unsere Aufgabe. Wir müssen beweisen, dass wir mit Hochtechnologie die wirtschaftliche Entwicklung vom Naturverbrauch und der Umweltzerstörung abkoppeln können. Wer sollte es sonst tun, wenn nicht wir? Wir haben die Möglichkeiten zu zeigen, dass es geht, wenn wir nur wollen und die Rahmenbedingungen dafür setzen. Logr
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Verkehrswegebaugesetz BW verabschiedet

Landesmittel werden von 2020 an fast verdoppelt

In BW steht für den Ausbau der kommunalen Verkehrsinfrastruktur ab 2020 mit fast 320 Mio. € fast doppelt so viel Geld zur Verfügung wie bisher. Der Landtag verabschiedete die Novelle des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (LGVFG), die zum 01.01.2020 in Kraft tritt.. Bisher lag die Fördersumme bei 165 Mio. € pro Jahr. Mit LGVFG-Mitteln werden kommunale Vorhaben im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Rad- und Fußverkehr sowie Straßenbau und Lärmschutz gefördert. Der LNV wertet das LGVFG als einen Schritt in die richtige Richtung, der aber dem Handlungsdruck (insbesondere Klimaschutz, Luftreinhaltung, Verbesserung der Lebensqualität an Verkehrswegen) nicht ausreichend gerecht wird. Logr
Pressemitteilung Verkehrsministerium BW vom 14.11.2019
LNV-Stellungnahme vom 21.8.2019

Ausschreibung für Lkw-Stellplätze

Zusätzliche Parkplätze ohne neue Flächenversiegelung

Die Transportleistung im Straßengüterverkehr wächst. Ursachen sind laut VM u. a. das Wirtschaftswachstum, vom Bund unterlassene Investitionen in den Verkehrsträger Schiene, die Lage BWs als Transitland, die Produktionsoptimierung in der Wirtschaft sowie das veränderte Konsumverhalten der Bevölkerung. In der Folge fehlen Lkw-Stellplätze in Autobahnnähe. Das VM beschreitet neue Wege und sucht über öffentliche Ausschreibung Unternehmen (wie Speditionen oder Logistikfirmen), Kommunen oder Privatleute, die bereit sind, vorhandene Flächen auch als Lkw-Stellplätze zur Verfügung zu stellen. Tr
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Gewässerbewirtschaftung in BW

Arbeitshilfen und Leitfäden der LUBW

Die LUBW berät die unteren Wasserbehörden im Land bei der fachgerechten Planung und Umsetzung von Maßnahmen an Gewässern. Die Kartierung 2010-2014 wurde zur fachlichen Grundlage für die in den kommenden Jahren durchzuführenden Maßnahmen zur Revitalisierung. Weiterführende Informationen sind auf der LUBW-Webseite zum Fließgewässerzustand zu finden. Die Reihe „Gewässerentwicklung und Gewässerbewirtschaftung in Baden-Württemberg“ umfasst: Teil 1 „Grundlagen und Vorgehen“ (Mai 2018), Teil 2 „Referenzstrecken“ (Sept. 2019), Teil 3 „Grundlagen und Vorgehen“ (Okt. 2019). Tr
Karten I Fließgewässerzustand I Teil 1 I Teil 2 I Teil 3 I LUBW-PM

Genehmigungsbeschleunigungsgesetz

Kabinett will Rechte für Naturschutzverbände aushebeln

Der Entwurf des Genehmigungsbeschleunigungsgesetzes sieht vor, dass bestimmte Infrastruktur-Projekte per Gesetz genehmigt werden können, statt durch die per Gewaltenteilung festgelegten Behörden. Das ist sehr bedenklich: Für Großprojekte ist bisher ein Planfeststellungsbeschluss notwendig, der von den Umweltverbänden gerichtlich überprüft werden kann. Beides würde entfallen. U. a. die Aarhus-Konvention zur Stärkung der Beteiligungsrechte der Zivilgesellschaft und das Europarecht garantieren aber auf unterschiedliche Weise solche Klagerechte. Logr
BUND-Pressemitteilung I Artikel Bundesverkehrsministerium

Daten, Fakten, Hintergründe

Artenvielfalt im freien Fall

Flächendeckender Rückgang von Schmetterlingen in BW

Forschungsergebnisse zum Bestand von Schmetterlingen in BW bis zurück in das 18. Jahrhundert verfestigen den Trend: Arten z. B. der Magerrasen, Feuchtwiesen und Moore, die über eine geringe Umweltplastizität verfügen, also nicht flexibel auf Umweltveränderungen reagieren können, sind besonders betroffen. Ökologische Systeme können bei der Überschreitung eines Grenzwertes leicht kippen. Dies könnte in Baden-Württemberg bereits vor etwa 20 Jahren passiert sein. Die Artenvielfalt befindet sich seitdem in freiem Fall. Tr
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Insektenrückgang durch weitere Studien belegt

2008-2017 40 % Verlust in Wäldern, über 60 % Verlust im Grünland

Im Rahmen einer breit angelegten Biodiversitätsstudie hat ein Forschungsteam unter Leitung der Technischen Universität München zwischen 2008 und 2017 eine Vielzahl von Insektengruppen auf 300 Flächen in Brandenburg, Thüringen und Baden-Württemberg erfasst. Viele der fast 2.700 untersuchten Arten sind rückläufig oder wurden gar nicht mehr gefunden. Die Biomasse der Insekten in den untersuchten Wäldern ist seit 2008 um etwa 40 Prozent zurückgegangen. Im Grünland hatte sich die Insektenbiomasse auf ein Drittel ihres früheren Niveaus verringert. Tr
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Gentechnik gefährdet Natur- und Artenschutz

Bericht warnt vor den Folgen für natürliche Populationen

Der im Auftrag des Deutschen Naturschutzrings (DNR) erstellte Bericht von Christoph Then vom Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie (Testbiotech) befasst sich mit den Folgen gentechnischer Eingriffe in die Prozesse der Evolution. Er belegt die Risiken und möglichen Konsequenzen, die mit der Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen in natürlichen Populationen verbunden sind und wirft dabei tiefgreifende Grundsatzfragen auf. Flo
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Mehr Strom in BW aus erneuerbarer Energie

UM veröffentlicht Bericht „Erneuerbare Energie in BW 2018“

2018 lag die Bruttostromerzeugung in BW mit 62,3 TWh 3,1 % über dem Wert von 2017, was zum Teil an der höheren Stromerzeugung durch die Kernkraftwerke, etwa Block 2 Philippsburg, liegt. Auch die erneuerbaren Energien (EE) lieferten 2018 mit 17,2 TWh 5,7 % mehr Strom als 2017 und erhöhten ihren Anteil auf einen neuen Höchstwert von 27,7 %. Zum guten Ergebnis 2018 trugen vor allem der Ausbau der Photovoltaik (+0,5 TWh) und der Windenergie (+0,3 TWh) bei. Die Photovoltaik stellte mit 5730 GWh den meisten Strom aus EE bereit (9,2 % der Bruttostromerzeugung). Durch erneuerbare Energien in BW wurden 2018 rund 16,4 Mio. t. CO2-Äquivalente vermieden. Logr weiterlesen

Artenschutzrechtliche Ausnahmen beim Windrad-Bau

Neue Publikation des Kompetenzzentrums Naturschutz und Energiewende (KNE)

Die Ausnahme nach § 45 Abs. 7 Nr. 5 BNatSchG kommt im Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen ins Spiel, wenn das Vorhaben artenschutzrechtliche Verbote auslösen würde, die nicht vermieden werden können. Die KNE-Publikation „Die Ausnahme im besonderen Artenschutzrecht“ erläutert die juristischen Voraussetzungen für eine Ausnahme sowie die Anwendungspraxis in den Bundesländern. Flo
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Energiewende in Deutschland

Der KNE-Länderkompass: Kompaktes Wissen zur Energiewende in den Ländern

Wie ist der aktuelle Stand der installierten Bruttoleistung bei den erneuerbaren Energien in BW? Welche Leitfäden gibt es? Das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE) gibt einen umfassenden Ein- und Überblick über die Umsetzung der naturverträglichen Energiewende für jedes der dreizehn Flächenländer, zur Ausweisung von Schutzgebieten, zu den Zuständigkeiten in der Landesregierung oder den Zielen der jeweiligen Landespolitik. Flo
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Fledermausgutachten und Windenergieausbau

Neues KNE-Video zur Qualitätssicherung

Mit dem Video „Qualitätssicherung von Fledermausgutachten und Windenergieausbau“ fasst das KNE die Ergebnisse des Fachdialogs „Qualitätssicherung von Fledermausgutachten für die Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen“ zusammen. Fledermausgutachten werden regelmäßig im Zuge der Planung und Genehmigung von Windenergievorhaben erstellt. Ihre Qualität wird jedoch kontrovers diskutiert. Das KNE empfiehlt u. a. die Weiterentwicklung der naturschutzfachlichen Leitfäden der Länder sowie ein adäquates Fortbildungssystem, das die laufende Qualifizierung von Behördenmitarbeitern und Gutachtern sicherstellt. Logr
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Vogelsterben in Deutschland – Verursacher

Bemerkenswerte Zahlen im Vergleich

Einen interessanten Zahlenvergleich zu Verursachern des Vogeltods in Deutschland zeigt ein facebook-Beitrag. Gegenübergestellt werden den geschätzt 100.000 Vögeln, die durch Windkraftanlagen zu Tode kommen, weitere Faktoren wie Strommasten, Glasscheiben und Verkehr (70 Mio. Vögel). Noch mehr Vögel kommen allerdings durch (Haus)Katzen zu Tode. Die Schätzungen gehen bis zu 100 Mio. Vögeln jährlich. Nicht aufgelistet, da schwer bezifferbar, ist die Landwirtschaft, die weniger über konkrete Todesfälle von Vögeln als vielmehr über Nahrungs- und Lebensraumverluste Vogelpopulationen dezimiert. Logr
facebook I Interview mit dem Vogelschutzexperten Lars Lachmann

Neonicotinoide und andere Pestizide

ZDFzoom: Wurden Zulassungsverbote mit Hilfe der Behörden verschleppt?

Manche in der Landwirtschaft gegen Schadinsekten eingesetzte Insektizide beseitigen nicht nur Schädlinge, sondern schädigen Bienen. In der Kritik: Die Neonicotinoide. Allein in Deutschland wurden 2018 Mittel für knapp 1,3 Mill. € verkauft. Der Bayer-Konzern, einer der Hersteller, gerät unter Druck: „ZDFzoom“-Recherchen ergeben, dass manche Giftstoffe längst hätten verboten werden müssen. Die „ZDFzoom“-Reportage geht der Frage nach: Hat die Industrie mithilfe der Behörden ein Verbot der Stoffe über Jahre verschleppt? Ein Berufsimker aus Oppenau kommt zu Wort. Logr
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Klare Absage für § 13 b BauGB

Umweltverbände: Untauglich für die Schaffung von kostengünstigem Wohnraum

Der Umweltdachverband DNR, BUND, NABU und weitere haben in einem Thesenpapier ihre klare Absage einer möglichen Verlängerung des beschleunigten Bebauungsplanverfahrens im Außenbereich im Baugesetzbuch begründet. U. a. steht § 13 b BauGB dem Ziel einer Reduktion des Flächenverbrauchs entgegen, da er den Neubau auf der „grünen Wiese“ anstelle einer verstärkten Innenentwicklung befördert. Verfehlt wird auch das Ziel, kostengünstigen Wohnraum zu schaffen. Die missbräuchliche Anwendungspraxis des § 13 b BauGB in BW hat der LNV bereits im LNV-Info 2/2019 „Sündenfall § 13 b – ein Dammbruch im Baurecht“ angeprangert. Logr
https://www.dnr.de/ I LNV-Info zum §13 b BauGB

Lichtverschmutzung

Kommunen können Festsetzungen gegen Lichtemissionen treffen

Künstliches Licht stört den natürlichen Tag- und Nachtrhythmus und kann bei Flora und Fauna zu erheblichen Schäden führen (z. B. Anlock- und Barriereeffekte). Die Kommunen und Landkreise können über die Bauleitplanung, z. B. durch spezielle Auflagen bei Baugenehmigungen oder bei Grundstücksverkäufen Einfluss auf die Beleuchtungsarten, -dauer und auf die Lichtintensität nehmen. Rechtlich abgesicherte Regelungen bieten Kommunen auch die Ortsgestaltungssatzungen (z. B. integrierte Lichtsatzung). Die Naturschutzverbände sollten bei Bauleitplanverfahren stets auch auf die Lichtimmissionen hinweisen. Flo
Rechtliche Hintergründe und Formulierungshilfen I IDUR Schnellbrief

UmweltMedienpreis 2019 der Deutschen Umwelthilfe

Auszeichnung für Rezo-Video und für „Schrottplatz Amazon“

Die Deutsche Umwelthilfe hat zum 24. Mal den UmweltMedienpreis verliehen. Acht Journalisten und Autoren wurden dafür geehrt, dass sie ihre Leser/innen begeistern, empören und neugierig auf die Hintergründe machen. Ausgezeichnet wurde u. a. in der Kategorie „Online“ Rezo, Produzent des YouTube Videos „Jetzt reicht´s – die Zerstörung der CDU“, Preisträger in der Kategorie „Fernsehen“ wurde das Frontal21-Redaktionsteam um Birte Meier, Astrid Randerath, Christian Esser und Moderatorin Ilka Brecht für den Beitrag „Schrottplatz Amazon“. Logr
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Stellenausschreibung

KEA sucht Projektmanager/in

Projektmanager/in (m/w/d) im Bereich Wärmenetze bei KEA
KEA-Stellenanzeige

LNV intern

Termine zum Vormerken

– 18.04.2020: LNV-Mitgliederversammlung, Stuttgart
– 07.11.2020: Zukunftsforum Naturschutz, Stuttgart

Unterstützung in der LNV-Geschäftsstelle

Hannah Czichowsky absolviert Praktikum beim LNV

Die LNV- Geschäftsstelle wird seit November bis Anfang Januar 2020 von Hannah Czichowsky unterstützt. Frau Czichowsky studiert Nachhaltiges Regionalmanagement an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg und absolviert ihr integriertes Praxissemester beim LNV. Während des Praktikums erhält sie interessante Einblicke in den amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz in BW, die Bearbeitung von Anhörungsverfahren, von Stellungnahmen, die Organisation von Veranstaltungen und vielem mehr. Sie unterstützt den LNV dabei sehr engagiert und fachkundig. In ihrer Freizeit spielt sie Rugby. Logr

Aus den Mitgliedsvereinen

LJV fordert anderen Umgang mit dem Rotwild

„PLATZ-Hirsch“ – Kampagne gestartet

Rotwild wird aufgrund einer Verordnung von 1958 nur in fünf exakt abgegrenzten Gebieten in Baden-Württemberg geduldet. Diesen Umgang mit unserem größten heimischen Säugetier hält der Landesjagdverband Baden-Württemberg e. V. (LJV) für nicht mehr zeitgemäß und fordert mehr Platz für das Rotwild. Die Kernforderungen sowie die ausführlichen Empfehlungen zum Rotwildmanagement sind im Internet eingestellt. Réne Greiner
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Zum Mitmachen und Hingehen

MitGEN, OhneGEN, FremdGEN

Pflanzenzüchtung wohin? Hohenheimer Landwirtschaftsdialog; 17.12.2019

Die Pflanzenzüchtung leistet einen wichtigen Beitrag zur Welternährung und für Resistenzen. Während diese Schüsselrolle weitgehend anerkannt ist, gibt es große gesellschaftliche Auseinandersetzungen zum Verfahren. Mit der „Genschere“ CRISPR/CAS hat diese Debatte eine neue Dimension erreicht. Wie unterscheidet sich die Genom-Editierung mit der „Genschere“ von den bislang verwendeten Verfahren der Pflanzenzüchtung? Welche Potenziale und welche Risiken sind damit verbunden? Welche Alternativen gibt es zur „Genschere“? Ziel des Dialogs ist es, wissenschaftliche und praktische Perspektiven zusammenzubringen. Logr
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44. Naturschutztage am Bodensee

03.01. – 06.01.2020 im Milchwerk in Radolfzell

Die Naturschutztage 2020 rücken zwei drängende und heißdiskutierte Themen in den Fokus: Die Klimakrise und den dramatisch schnell voranschreitenden Artenverlust. Zu den weiteren Schwerpunkten zählen: Klimaschutz heute bis 2030, Landwirtschaft global und regional, nachhaltiger Konsum, Naturschutz nah und fern. Zudem können sich Naturschutzaktive und Umweltinteressierte an den vier Tagen in über 50 Vorträgen, Workshops und Exkursionen informieren und austauschen. Der LNV ist wieder mit einem Informationsstand vertreten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Logr
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Biogeographie Europas

BLNN: Drei spannende Vorträge Thema, Freiburg, 08.01.2020

Im Rahmen der Vortragsreihe „Biodiversität und ihre Gefährdung“ lädt der Badische Landesverein für Naturkunde und Naturschutz (BLNN) am 08.01.2020 zu einem halbtägigen Seminar zur Biogeographie ein. In drei spannenden Vorträgen wird über „Der Blick der Gene in die Vergangenheit: Molekulare Biogeographie Europas“, „Innerartliche und zwischenartliche Vielfalt der Eichen in Europa – mit besonderer Berücksichtigung mitteleuropäischer Eichenarten“ und „Wälder und Waldnutzungen im südlichen Afrika“ informiert. Der Eintritt ist frei. Logr
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Naturnähe und Zusammensetzung der Wälder

BLNN: weiteres Seminar, Freiburg, 22.01.2020

Ein weiterer Beitrag befasst sich mit der Naturnähe und Zusammensetzung der Wälder Deutschlands. Beginnend mit dem Vortrag „Referenzzustände von Naturnähe, Einfluss der Referenz auf den Grad der Naturnähe“ geht es weiter mit der „Bewertung der Naturnähe in Varianten“ und schließlich zur „Bewertung der Naturnähe in Varianten“. Nach den drei Vorträgen folgt ein Fazit zum Abschluss. Der Eintritt ist frei. Logr
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Herausforderung der Wald-, Forst- und Holzwirtschaft

Symposium HFR in Rottenburg, 22.01.2020

Unser Wald ist in seiner Artenvielfalt und in seinen Funktionen stark bedroht. Hitze, Trockenheit und Stürme setzen ihm zu, dazu kommt der Schädlingsbefall. Was ist zu tun, ist unser Wald überhaupt noch zu retten und wenn ja, wie? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Symposium „Aktuelle Herausforderungen in der Wald-, Forst-, und Holzwirtschaft“. In vier Themenblöcken stellen Wissenschaftler aus ihrer Perspektive zum Teil kontroverse Standpunkte zum selben Problem vor. Der Eintritt ist frei. Logr
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Naturgemäßer Obstbaumschnitt

Seminar von Fr 14.02. – So 16.02.2020, Tübingen

Wie man sich um junge und alte Obstbäume kümmert, erklärt Dipl.-Ing. agr. Michael Grolm in seinem Seminar zum „Naturgemäßen Obstbaumschnitt“, organisiert vom Verein zur Erhaltung bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume e. V. Tübingen (kurz VEbTiL). Nach der Einführung in die Grundlagen (Wuchsgesetze etc.) schneiden alle Teilnehmer/innen selbst Jung- und Alt-Bäume. Die Teilnehmerzahl ist auf 24 Personen begrenzt. Unkostenbeitrag: 150 €. Anmeldungen bitte ausschließlich an: NinaPietsch@mail.de. Tr
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Flurneuordnung

Seminarangebot 2020

Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) bietet auch im Jahr 2020 wieder zweitägige Fortbildungsseminare für Personen auch aus den Naturschutzverbänden an, die in einem Flurneuordnungsverfahren mitwirken oder künftig mitwirken möchten. Die Teilnahme an der Tagung, Verpflegung und Unterkunft ist kostenlos. Fahrtkosten werden nicht übernommen. Anmeldung über anke.trube@lnv-bw.de Tr
29.01.-30.01.2020 Seminar 264, Bildungshaus Neckarelz, Mosbach-Neckarelz
12.02.-13.02.2020, Seminar 265, Evangelische Tagungsstätte 74245 Löwenstein
18.03.-19.03.2020, Seminar 266, Schwäbische Bauernschule, 88339 Bad Waldsee
04.02.-05.02.2020, Seminar 267, Bildungshaus Kloster St. Ulrich, 79283 Bollschweil
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#savebeesandfarmers

Europäische Bürgerinitiative für Agrarwende und Artenvielfalt

Das Insektensterben ist nicht nur ein deutsches, sondern ein europäisches und weltweites Problem. Überall dort, wo intensive Landwirtschaft betrieben wird, schrumpft der Lebensraum für Insekten. Pestizide, Flächenverbrauch und andere Faktoren bedrohen die Artenvielfalt zusätzlich. Unterstützen Sie die europaweite Bürgerinitiative „Save Bees and Farmers“, um den Einsatz synthetischer Pestizide bis 2035 schrittweise zu beenden und die Landwirtinnen und Landwirte bei der Umstellung zu unterstützen. Flo
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Bücher, Filme, Neuigkeiten

Grünes Kursbuch Bauen und Sanieren

Klima- und Artenschutz und Selbstversorgung im Fokus des BUND-Jahrbuchs

Ökologisches Bauen und Renovieren sind wichtige Faktoren für den Klima-, Natur- und Umweltschutz. Das BUND-Jahrbuch „Ökologisch Bauen und Renovieren“ steht Bauherren und Saniererinnen als kompetenter Ratgeber zur Seite, sowohl bei Neubau, Sanierung und Umbau, als auch beim Einrichten oder Wohnen. Es bietet wertvolle, an der Praxis orientierte, Tipps und informiert über Regulierungen und Förderprogramme, Baustoffe und technische Umsetzungsmöglichkeiten. Logr
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… und außerdem

Der Weihnachtsbaum – alle Jahre wieder

Man kann ihn auch mieten …

Man kann einen Weihnachtsbaum auch mieten, er wird nach Hause geliefert und wieder abgeholt oder man behält ihn. In jedem Fall kann er noch weitere Jahre ein Haus schmücken. Wirklich umweltverträglich dürfte dieses Angebot allerdings nur in und um Mainz sein. Von dort kommen die Bäumchen. Falls es also doch ein eigener Baum sein soll, achte man auf die Siegel von Naturland, Bioland, Demeter oder Forest Stewardship Council (FSC). Dann ist der Festtagsbaum garantiert nachhaltig angebaut und bringt keine Pestizide ins Haus. Logr
Weihnachtsbaum mieten I PM des NABU I Robinwood

LNV-Infobrief als pdf zum Herunterladen

Frohe Weihnachtswünsche!

Mit diesem letzten LNV-Infobrief im Jahr 2019 danken wir Ihnen herzlichst

• für die vielfältige Kooperation,
• für freundschaftliche Begegnungen und
• für die große Unterstützung, auch bei schwierigen Themen.
Wir freuen uns auf die Fortsetzung des Miteinanders in 2020.

Ihnen und Ihren Lieben wünschen wir schöne Feiertage
und ein frohes und friedvolles neues Jahr!

Ihr Team der LNV-Geschäftsstelle
Christine Lorenz-Gräser, Dr. Anke Trube
Julia Flohr, Kristin Pfeiffer und Annette Schade-Michl

Impressum:
Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V., Olgastraße 19, 70182 Stuttgart
Telefon +49 711 248955-20, Fax: +49 711 248955-30, info@lnv-bw.de
Vertretungsberechtigt: Dr. Gerhard Bronner; Amtsgericht Stuttgart VR 2787

Endredaktion: Christine Lorenz-Gräser, Bildredaktion: Annette Schade-Michl und Kristin Pfeiffer
Beiträge: Julia Flohr (Flo), Christine Lorenz-Gräser (Logr), Dr. Anke Trube (Tr), Annette Schade-Michl (Sch)
Der LNV-Infobrief berichtet regelmäßig über aktuelle Themen des Natur- und Umweltschutzes.
Der Infobrief ist ein kostenloser Service des LNV. Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit Zustimmung des Herausgebers unter Quellenangabe und der Überlassung von Belegexemplaren gestattet.
Bestellung unter lnv-bw.de oder mit einer Email an info@lnv-bw.de. Bitte geben Sie Name, Verein/Institution, Funktion an. Persönliche Daten werden ausschließlich zum Zwecke des Versendens des Infobriefs gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben. Er kann jederzeit per E-Mail oder unter lnv-bw.de abbestellt werden.