LNV-Infobrief August 2019

Im Blickpunkt: Mut zur Verbindlichkeit

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Naturschützerinnen und Naturschützer,
wie retten wir das Klima, wie schaffen wir es, dass sich Menschen umweltfreundlich verhalten? Darüber wird seit Jahrzehnten diskutiert und gestritten. Konservative und Liberale setzen auf den mündigen Bürger, der, wenn er richtig aufgeklärt wird, sich schon richtig verhält. Sozialdemokraten und Grüne setzen eher auf den Staat.

Im einem brillanten Text zum Klimaschutz setzt sich in der ZEIT Wolfgang Uchatius mit genau dieser Frage auseinander. Empirisch ist die Sache einfach: die Erfolge im Umweltschutz der letzten Jahrzehnte wurden in erster Linie durch gesetzliche Regelungen, in zweiter durch ökonomische Anreize erreicht. Aufklärung und das Beschwören des mündigen Bürger haben noch nie entscheidendes bewirkt, sieht man von Nischen wie der Haltungsform von Legehennen („kein Ei mit der zwei!“) und den ein oder zwei Prozent Umweltheiligen à la Greta Thunberg ab.

In seinem Text von geradezu literarischer Qualität erklärt Uchatius, warum Appelle nicht wirken (können). Wer sich daran hält, hat den ganzen Nachteil seiner Entscheidung in Form von Verzicht zu ertragen. Der ge-sellschaftliche Vorteil dagegen kommt gar nicht zum Tragen, weil sich dafür alle anderen auch entsprechend verhalten müssten. Machen sie aber nicht. Weil jeder das weiß und so denkt, ändert sich nichts.

Es ist deshalb heuchlerisch, wenn die Politiker, von denen man Klimaschutz erwartet, auf die Entscheidung des mündigen Bürgers verweisen, der sich ja klimafreundlich verhalten kann. Von Ihnen wird nicht die Dele-gation der Verantwortung auf den Bürger erwartet, sondern dass sie die richtigen Gesetze machen und für ihre Durchsetzung sorgen.

Vom Bürger dagegen darf man erwarten, dass er die für den Klimaschutz erlassenen Regelungen, ja Verbote akzeptiert und nicht ihre Protagonisten abwählt, wie es weiland den Grünen bei der Ökosteuer ging. Der moralische Appell an den Bürger, das Angebot eines 20-€-Wochenendflugs nach Mallorca oder London aus-zuschlagen, ist ehrenwert, aber es führt in die Irre. Der Appell müsste eher lauten: „Wählt diejenigen, die dafür sorgen, dass es solche Angebote nicht mehr gibt!“

Herzliche Grüße, Ihr

Dr. Gerhard Bronner
LNV-Vorsitzender

Inhalt

LNV Aktiv
Aus den LNV-Arbeitskreisen
Aus Politik und Verwaltung
Daten, Fakten, Hintergründe
Alles was Recht ist
LNV Intern
Aus den Mitgliedsvereinen
Zum Mitmachen und Hingehen
Bücher, Filme, Neuigkeiten
und außerdem

LNV-Infobrief als pdf zum Herunterladen: Infobrief-August2019

LNV aktiv

EU-Agrarreform – was blüht uns da?

LNV-Zukunftsforum Naturschutz am 16.11.2019, Stuttgart

In Kürze entscheidet die EU über die gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) für den Zeitraum 2021 – 2027. Die GAP, hinterlegt mit Milliarden Euro an Fördermitteln, hat gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft und auf die Natur. Der LNV und viele andere fordern „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“: Landwirt/-innen, die Naturgüter fördern, müssen belohnt werden! Was ist die GAP und wie wirkt sie sich konkret aus? Wo und wie können Landwirtschaft und Naturschutz Partner sein? Das Zukunftsforum beleuchtet Hintergründe und zeigt, was Politik und Verwaltung, Landwirtschaft, Naturschutz, und jede/r Einzelne, für mehr Biodiversität und Umweltvorsorge in der Landwirtschaft tun können. Wir laden Sie herzlich ein. Logr
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Naturschutz-Maschinenring für das Vordere Härtsfeld

LNV und Hofbräustiftung übergeben weitere Landschaftspflegegeräte

Bereits in einer vierten Runde haben der LNV und die Umweltstiftung Stuttgarter Hofbräu aktive Naturschutzgruppen mit Landschaftspflegegeräten ausgestattet. Damit die Maschinen bestmöglich ausgelastet sind, stehen sie auch benachbarten Gruppen zur Verfügung. Aktuell wurden 16 Vereine mit Geräten im Wert von insgesamt über 50.000 € gefördert, darunter auch die Naturschutzgruppe Vorderes Härtsfeld. Mit der Aktion „Maschinenringe für Naturschutzverbände“ unterstützen LNV und Hofbräustiftung seit 2005 Ehrenamtliche in der Landschaftspflege. Eine Zusammenstellung der 2018/2019 geförderten Geräte für den Verleih ist in Vorbereitung. Logr
Infoblatt zur dritten Vergaberunde 2015/2016 I Bericht Schwäbische Zeitung

Mehlschwalben beziehen Karlsruher Schwalbenhaus

LNV-Stiftung förderte erfolgreiches Schwalbenhaus in Karlsruhe-Neureut

Schwalben finden kaum mehr Lehm als natürlichen Baustoff für ihre Nester, und zudem schwindet die Akzeptanz von Schwalbennestern an Hauswänden – früher als Glücksboten erkannte Schwalben sind am eigenen Haus nicht mehr gerne gesehen. Mit finanzieller Unterstützung durch die LNV-Stiftung hat deshalb der NABU Karlsruhe 2016 für nistplatzsuchende Mehlschwalben ein so genanntes „Schwalbenhaus“ aufgestellt. Zur großen Freude der Naturschützer/-innen zogen im Juni 2019 vorerst fünf Mehlschwalbenpaare ein. Voraussetzung für die Besiedlung von Schwalbenhäusern sind u. a. ein reichhaltiges Nahrungsangebot und ein freier Anflug zum Nest. Logr ©Foto: NABU/R.Grau
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LNV-Pressemitteilungen

LNV fordert Landesregierung zu Initiative für stimmigen Klimaschutz im Verkehr auf
Berliner Regierungsbeschluss zur Förderung der E-Mobilität für mehr Klimaschutz muss auch den angekündigten Schritt zur Senkung der Bahnpreise machen

Aus den LNV-Arbeitskreisen

LNV-AK Ortenaukreis 2

Offener Brief an Bürgermeister Bühler

Die Aussage des Sasbacher Bürgermeisters, Gregor Bühler, zu kritischen Stellungnahmen anlässlich der Planungen von fünf Geschosswohnungsbauten im Park/ Waldareal des Erlenbadkomplexes in Sasbach wollte der Sprecher des LNV-Arbeitskreises Ortenau 2, Peter Huber, nicht unkommentiert durchgehen lassen. In einem offenen Brief kritisierte er insbesondere Bühlers Aussage, dass es sich beim Landesnaturschutzverband nur um einen „Verein“ handele und stellte klar: Der LNV ist der vom Land BW anerkannte Dachverband der Naturschutzverbände (§ 51 NatSchG) und übernimmt in Planungsprozessen eine wichtige, unabhängige Kontrollfunktion. Flo
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Aus Politik und Verwaltung

Straßenbauetat wird um 155 Mio. Euro aufgestockt

Klimafreundliche Projekte sollen künftig verstärkt gefördert werden

Das Kabinett hat Anfang Juli den Entwurf für ein überarbeitetes Landesgemeindeverkehrsfinanzierungskonzept (LGVFG) zur Anhörung freigegeben. Wie das VM mitteilte, stehen für Investitionen in kommunale Verkehrsprojekte (Straßen, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr) künftig jährlich 320 Mio. Euro statt bisher 165 Mio. Euro zur Verfügung. Durch geänderte Fördermodalitäten im LGVFG sollen verstärkt nachhaltige, klimafreundliche Projekte unterstützt werden. Förderfähig sind künftig auch Luftreinhaltungsmaßnahmen und die Wiedervernetzung von Lebensräumen durch Grünbrücken. Logr
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Mehr Klimaschutz im Verkehr

Bessere Schienenverbindung, 500 verkehrsberuhigte Ortsmitten …

Das Verkehrsministerium hat als Beitrag zum Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept (IEKK) in zehn Handlungsfeldern Schritte für mehr Klimaschutz im Verkehr zusammengestellt. Zu den Szenarien gehören u. a. die Erweiterung der Schieneninfrastruktur oder das Ziel, etwa 500 verkehrsberuhigte, sichere und begrünte Ortsmitten bis 2030 zu ermöglichen. Zudem sollen zahlreiche staufreie Schnellbuslinien entstehen und zwei Mio. Autos klimaneutral im Land unterwegs sein. Ein Kompetenznetz Klima Mobil soll Kommunen in BW mit Fachberatung und Kommunikation zu hocheffizienten Maßnahmen unterstützen. Logr
Pressemitteilung Verkehrsministerium vom 24.7.2019 I Energie- und Klimaschutzkonzept I Artikel Stuttgarter Zeitung

Verkehrswende auch auf dem Land!

Einkaufen oder Freizeitgestaltung ohne auf ein eigenes Auto angewiesen zu sein

Der ländliche Raum umfasst knapp 70 % der Landesfläche mit ca. 35 % der Bevölkerung. Wie kann in den dünn besiedelten Regionen der ÖPNV der Zukunft aussehen? Wie können Menschen gesellschaftlich teilhaben, einkaufen und ihre Freizeit gestalten – auch ohne für jede Strecke auf das eigene Auto angewiesen zu sein? Eine neue Studie im Auftrag des Landes zeigt: Mehr Busse und Bahnen im ländlichen Raum sowie eine Stärkung des Radverkehrs sind machbar. Erstmals liegen Analysen und Ergebnisse zum Mobilitätsverhalten in ländlichen Regionen in Baden-Württemberg vor. Logr
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Bahnindustrie wurde seit Jahrzehnten abgebaut

Unternehmen können nicht rechtzeitig und in guter Qualität liefern

Der holprige Start von Go-Ahead mit Zugausfällen durch defekte Neufahrzeuge gehört für Verkehrsminister Winfried Hermann zu den Auswirkungen der langwierigen Probleme im deutschen Schienenverkehrssystem. Die mangelhafte Infrastruktur weise einen erheblichen Investitionsbedarf auf, was das Nichtfunktionieren von Weichen und Signalen vor Augen führe. Aber auch die Wagenindustrie wurde seit Jahrzehnten abgebaut, da sie immer seltener öffentliche Aufträge bekommen hat. Neben zusätzlichen IRE-Zügen, die Verspätungen ausgleichen können, kündigte das VM einen generellen Lokführer-Pool auf Landeskosten an, um kurzfristige Personalausfälle sofort ausgleichen zu können. Logr
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MLR kündigt Notfallplan Wald an

Klimawandel schädigt auch Tanne und Buche

Die Folgen des Klimawandels werden im Wald in BW deutlich. Geschädigt sind alle Hauptbaumarten, u. a. die Tanne, eine der bisherigen Hoffnungsträgerinnen im Klimawandel, die Buche und die Kiefer. Der Wald drohe sich in Teilen aufzulösen, mit dramatischen Folgen für den Klimaschutz und die Artenvielfalt, warnt das MLR. Die mit einem Waldanteil von 22 % für BW sehr wichtige Buche z. B. ist durch die Dürre so stark geschwächt, dass viele Bäume aufgrund von Wassermangel absterben oder massiv von Pilzen oder Schadinsekten (z. B. Buchenborkenkäfer, Buchenprachtkäfer) befallen sind. Das Ministerium Ländlicher Raum (MLR) hat einen Notfallplan angekündigt. Logr
Pressemitteilung Ministerium Ländlicher Raum vom 24.7.2019 I ForstBW: Dürrestress lässt Buchen sterben

Wälder fit machen für den Klimawandel

Aktuelle Baumarteneignungskarten für klimastabile Mischwälder

Um den Wald zu erhalten, müssen die Baumbestände neu aufgestellt werden. Baumarteneignungskarten helfen dabei zu identifizieren, welche Baumarten in Frage kommen. Die 2010 vom MLR vorgestellten Baumarteneignungskarten für Fichte, Tanne, Buche und Eiche wurden durch die FVA überarbeitet und Faktoren wie Wasserversorgungs-Stress, Borkenkäferrisiko, Sturmschadensrisiko, Verbreitungsgrenzen und Wuchskraft mit einberechnet. Dadurch lassen sich die Gefährdung der vorhandenen Wälder und die Zukunftsfähigkeit der Hauptbaumarten im Klimawandel besser abschätzen. Die Fichte z. B. wird künftig nur noch als Beimischung eingesetzt werden können. Logr
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30 Jahre Abfallbilanz BW: Abfallbilanz 2018

Noch viel zu tun bei der Abfallvermeidung

Die Menge der häuslichen Abfälle (Haus- und Sperrmüll, Bioabfälle und Wertstoffe) zusammengenommen hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert. 1990 waren es 352 kg pro Kopf, 2018 mit 353 kg etwas mehr. Geändert hat sich lediglich die Zusammensetzung: Das Pro-Kopf-Aufkommen an Haus- und Sperrmüll ist seit 1990 um fast die Hälfte gesunken (von 269 auf 140 kg/Einwohner), gleichzeitig steigt die erfasste Menge an Wertstoffen und Bioabfällen kontinuierlich an. Bei der „Königsdisziplin“ der Abfallwirtschaft, der Vermeidung, gibt es noch viel zu tun, meint nicht nur Umweltminister Untersteller. Logr
Abfallbilanz 2018 I Pressemitteilung des UM

Biotonne richtig nutzen – Fokus große Wohnanlagen

UM startet Modellprojekt

In dem Projekt erprobt das UM gemeinsam mit der LUBW in Stuttgart, Karlsruhe und Heilbronn, wie Bioabfälle aus größeren Mehrfamilienhäusern leichter und sauberer erfasst werden können. Die Sammlung von Bioabfällen stellt die Bewohner/-innen großer Wohnanlagen teilweise vor Herausforderungen. Mit dem Projekt soll für die Nutzen der Sammlung sensibilisiert und so die Qualität und die Menge der gesammelten Bioabfälle gesteigert werden. Getestet werden technische und organisatorische Maßnahmen, z. B. ob die Umgestaltung von Tonnenplätzen oder eine intensive Öffentlichkeitsarbeit verstärkt zur sauberen Trennung häuslicher Bioabfälle motivieren können. Logr
Umweltministerium-PM vom 03.07.2019 I www.biotonne-machtmit.de

Landschaftspflegerische Ausgleichsmaßnahmen

VM veröffentlicht Handreichung zur Pflege- und Funktionskontrolle

Mit dem Neu-, Um- oder Ausbau von Straßen sind regelmäßig Eingriffe in Natur und Landschaft verbunden. Als Vorhabenträger ist die Straßenbauverwaltung für die Durchführung der landschaftspflegerischen Maßnahmen zur Eingriffskompensation verantwortlich, ebenso für die dauerhafte Sicherung und Unterhaltung. Die Handreichung des VM „Pflege und Funktionskontrollen von landschaftspflegerischen Maßnahmen“ gibt einen methodischen Rahmen vor und gewährleistet eine landesweit einheitliche Dokumentation. Die Handreichung richtet sich an alle für die Pflege zuständigen Dienststellen des Landes sowie an Dritte, die mit der Aufgabenerledigung betraut sind. Logr
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Daten, Fakten, Hintergründe

Resolution zum Insekten- und Biodiversitätsschwund

Naturschutzakteure fordern die Förderung extensiver Weiden

Auf das Verschwinden der Weidetiere aus der freien Landschaft und die Folgen für die Biodiversität weist eine neue Resolution hin. Naturschutzakteure, darunter der NABU und der Verein zur Förderung naturnaher Weidelandschaften Süddeutschland, fordern die Rückkehr der großen Weidetiere, in geringer Besatzdichte, mit robusten Rassen und ohne prophylaktische Medikamentierung auf mindestens 5 % der land- und forstwirtschaftlichen Nutzfläche. Der (medikamentenfreie) Dung von Kühen z. B. nährt Unmengen von Insekten, die wiederum eine riesige Ressource für Vögel, Amphibien und Fledermäuse sind. Die Verbände fordern u. a. eine substanzielle finanzielle Förderung durch die GAP und den Abbau bürokratischer Hindernisse. Logr
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BW ist viertgrößter Agrarproduzent Deutschlands

Produktionswert der Südwestlandwirtschaft 2017 bei knapp 4,7 Milliarden Euro

Die im Jahr 2017 in BW erwirtschafteten knapp 4,7 Mrd. Euro entsprachen über 8 % des Werts der gesamtdeutschen Agrarproduktion. Eine herausgehobene Rolle haben in BW Sonderkulturen wie Obst, Gemüse, Reben, Hopfen und Tabak mit über 25 % des Gesamtproduktionswerts (bundesweit 15 %). Mit tierischen Erzeugnissen wurden im Jahr 2017 gut 1,8 Mrd. Euro erwirtschaftet. Die Milcherzeugung mit rund 867 Mio. Euro in Verbindung mit Rinderhaltung und Kälberzucht (rund 292 Mio. Euro) sowie die Schweinehaltung (360 Mio. Euro) sind die wichtigsten Produktionszweige für die Viehhalter in BW. Logr
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Freiflächensolaranlagen als Artenschutzrefugien

Solarpark Mooshof

Bei der Gesamtgestaltung des Solarparks Mooshof bei Bodman-Ludwigshafen engagierte sich die Betreiberfirma „solarcomplex AG“ für eine nachhaltige Bewirtschaftung, die die Biodiversität fördert. Die Ausgestaltung des Geländes erfolgte in Zusammenarbeit mit regionalen Naturschutzgruppen. Dabei wurde u. a. die Geländetopographie weitest möglich belassen und für die Wiesenflächen und die umgrenzende Hecke autochthones Saat- bzw. Pflanzgut verwendet. Das Ergebnis kann sich schon nach vier Jahren sehen lassen: Gesichtet wurden u. a. Arten der „Roten Liste“, wie der Schwalbenschwanz und der kurzschwänzige Bläuling, und auch sonst summt und brummt es kräftig. Logr
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Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz

Die Energiewende konstruktiv gestalten

Zur Erinnerung: Das Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz von BUND und NABU Baden-Württemberg engagiert sich seit 2012 dafür, dass die überfällige Energiewende naturverträglich erfolgt. Es berät, schult und informiert Naturschutzinteressierte und moderiert bei Konflikten zwischen den Beteiligten – immer in der Überzeugung, dass sich im konstruktiven Dialog die besten Lösungen finden lassen. Veranstaltungshinweise und Ansprechpartnerinnen sowie zahlreiche Hintergrundinformationen stehen im Internet. Flo
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… aus aktuellem Anlass: Klimafolgen und Anpassung

Lesenswerter Monitoring-Bericht

Im Sommer 2017 hat die LUBW zusammen mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg den ersten Monitoring-Bericht zu Klimafolgen und Anpassung herausgegeben. Er ist im Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg (KSG) verankert und wird alle drei Jahre fortgeführt. Thematisch werden neun Handlungsfelder aus Natur, Landschaft und Gesellschaft BW beleuchtet. Mit Blick auf die Klimaentwicklung 2018 und 2019 ist eine Auseinandersetzung mit dem Bericht und dessen Aussagen und Interpretationen lohnend. Der nächste Monitoring Bericht wird 2019/2020 erwartet. Logr
Monitoring Bericht, Langfassung I Monitoring Bericht, Kurzfassung I Weitere Hintergrundinformation

Baurechtlicher Ausgleich in der Praxis

Ernüchternde Ergebnisse einer Studie an neun Gemeinden am Schönberg

Die Fallstudie „Analyse und Bewertung der baurechtlichen Ausgleichsmaßnahmen von neun Gemeinden am Schönberg bei Freiburg“ der Univ. Freiburg untersucht die Umsetzung der baurechtlichen Eingriffsregelung in neun Gemeinden. Es zeigte sich, dass von 26 untersuchten Maßnahmen bei 25 eine Umsetzung erkennbar war. Nur ein Drittel davon erreichte aber den angestrebten Zielzustand. Über die Hälfte aller Ökokontomaßnahmen wurden nicht zeitlich vorgezogen umgesetzt. Insgesamt wurden für die umgesetzten Maßnahmen 126 Einzelmaßnahmen betrachtet, die als Elemente und Biotope definiert sind. Von diesen ist bei einem Drittel gar keine Maßnahmenumsetzung erkennbar. Die Studie wurde vom LNV unterstützt. Logr
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Noch zeitgemäß? Schnakenbekämpfung am Rhein

Landauer forschen über Alternativen zu Bacillus thuringiensis israelensis (BTI)

Die Aufregung um die 2019 nur eingeschränkte Stechmücken-Bekämpfung am Oberrhein war für den Verein Zukunftsforum Natur&Umwelt Ortenau Anlass, deren Sinnhaftigkeit zu hinterfragen. Naturschutzfachliche Argumente sollen einen Diskurs anstoßen, ob in Zeiten des Insektensterbens die flächige Bekämpfung noch verantwortbar ist. Mit den Folgen der BTI-Behandlung befasst sich auch das Landauer Institut für Umweltwissenschaften und forscht, ob die Masse an Bekämpfungsmitteln das ökologische Gleichgewicht ins Wanken bringt. Durch die weiträumige Streuung von BTI in den Flusswiesen werden z. B. die Larven der Zuckmücken mit ausgerottet, die Nahrungsgrundlage für Molche sind. Logr
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Schottergärten in Siedlungsflächen

Rechtlich unzulässig – Abhilfe möglich

Flächige Schottergärten – oft kombiniert mit unterlegten Gewebematten zur Verhinderung von Selbstbegrünungen und Durchwurzelung – sind ein Totalausfall für die Natur und stehen entsprechend der Resolution des LNV vom 10.11.2018 im Widerspruch zur Landesbauordnung, die vorgibt, dass unbebaute Flächen als Grünflächen anzulegen oder anderweitig zu begrünen sind. Einen besonders krassen Fall meldete der NABU der Stadt Leinfelden-Echterdingen, die daraufhin aktiv wurde. Die Firma hat jetzt den Schotter entfernt und eine Rasenfläche angelegt. Wenn daraus noch eine Blumenwiese wird, ist alles perfekt. Logr
VorherNachher

Mikroplastik auf Kunstrasenplätzen

Granulat ist positiv für den Platz, aber negativ für die Natur

Für ein Sonderprogramm zur Sanierung von Kunstrasenplätzen hat sich Sportministerin Susanne Eisenmann ausgesprochen. Damit soll das bisher in Kunstrasenfelder verfüllte und biologisch nicht abbaubare Kunststoffgranulat durch ökologisch unbedenkliche Alternativen ersetzt werden. Die Europäische Chemikalienagentur hatte ein Verbot für den Einsatz von „bewusst zugesetztem“ Mikroplastik vorgeschlagen. Darunter fällt auch das Kunststoffgranulat für Kunstrasenspielfelder. Das Jahr 2021 steht derzeit als Datum für ein solches Verbot im Raum. Logr
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Flatrate fürs Klima

Vision: Einfach und günstig mobil mit einem 365-Euro-Jahresticket

Zahlreiche Naturschutzverbände fordern seit langem eine neue Mobilität, die kostengünstig, bequem, sicher und umweltfreundlich ist. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirbt nun für die Einführung eines 365-Euro-Tickets bundesweit in allen Städten beziehungsweise Verkehrsverbünden. In Wien wurde das Konzept eines 365 Euro Tickets, also einer jährlichen ÖPNV-Nutzung für 1 € am Tag, bereits 2012 umgesetzt und führte dazu, dass sich die Zahl der Jahreskarteninhaber/-innen von 373.000 auf 820.000 erhöht hat. In Wien haben mehr Menschen ein Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr als ein Auto. Flo
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Alles was Recht ist…

EuGH: Dauergrünland ist dort, wo Tiere weiden!

Entlastung für extensive Weiden?

Leider hat die Förderpraxis in den letzten Jahren immer wieder zu erheblichem Frust bei Landwirten, Naturschützern und LEV geführt. Bauern wurden Zahlungen gekürzt und zurückgefordert, weil ihre Weiden auch Gehölze, Steinhalden, Zwergsträucher usw. enthielten, also Elemente, die ihren naturschutzfachlichen Wert steigern. Die EU-Kommission praktizierte hier eine extrem pedantische Auslegung der förderfähigen Fläche. Der LNV hat sich intensiv mit dem Thema befasst und pragmatische Regelungen beim MLR eingefordert. Erleichterung könnte nun ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes bringen. In einem Verfahren gegen Griechenland hat er klargestellt, dass Grünland vorliegt, wenn eine Fläche beweidet wird, egal ob dort Gräser oder Zwergsträucher wachsen und Gehölze stehen. Der LNV hofft, dass dieses Urteil schnell in der Verwaltungs- und Kontrollpraxis ankommt. Bronner
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EuGH: Mittelwertbildung bei Luftmessungen unzulässig

Es muss dort gemessen werden, wo die Luft am schlechtesten ist

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Mittelwertbildung von verschiedenen Luftschadstoffmessstationen abgelehnt. Die Feststellung einer Grenzwertüberschreitung genügt, wenn an nur einer Probenahmestelle ein über dem Wert liegender Verschmutzungsgrad gemessen wird. Außerdem muss dort gemessen werden, wo mit einer sehr hohen Belastung zu rechnen ist. Damit ist hoffentlich die unselige Diskussion beendet, die von Menschen geführt wurde, die Gesundheitsschutz hinter andere Interessen zurückstellen wollen. Sch
Umwelthilfe zum Gerichtsurteil I EUGH-Urteil

LNV intern

Termine (aktuell und zum Vormerken)

21.09.2019: Fortbildung „Wie schreibe ich eine Stellungnahme“, Stuttgart
Bitte melden Sie sich bei Interesse schnell an, es sind nur noch wenige Plätze frei
28.09.2019: Fortbildung „Wie schreibe ich eine Stellungnahme“, Freiburg
Bitte melden Sie sich bei Interesse schnell an, es sind nur noch wenige Plätze frei
30.10.2019: LNV-Arbeitskreissprechertreffen im Regierungsbezirk Karlsruhe, Karlsruhe

05.11.2019: LNV-Arbeitskreissprechertreffen im Regierungsbezirk Tübingen, Ulm

16.11.2019: Zukunftsforum Naturschutz zur EU-Agrarreform „Was blüht uns da …“,
LNV und Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart, Stuttgart

Aus den Mitgliedsvereinen

SWV: Vorstandswahl

Neuer Präsident: Meinrad Joos

Am 29.06.2019 wurde Meinrad Joos einstimmig zum neuen Präsidenten des Schwarzwaldvereins (SWV) gewählt. Er löst damit Georg Keller nach sechsjähriger Amtszeit ab. Meinrad Joos ist ehemaliger Forstpräsident. Als Vizepräsident wurde Werner Hillmann wiedergewählt. Auf den neugeschaffenen Posten des dritten Vizepräsidenten wurde Antje Stocks gewählt. Der LNV gratuliert! Logr
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Foto:©SWV

Zum Mitmachen und Hingehen

7. Ökokonto-Tag 2019

07.11.2019, Leinfelden

Zu den Themenschwerpunkten des diesjährigen Ökokontotags zählen der aktuelle Stand der Evaluation der ÖkokontoVO/KompensationsVO, das Monitoring von Ökokonto-Maßnahmen, die Produktionsintegrierte Kompensation (PIK), die Förderung der Biodiversität in der Fläche und an Gebäuden, das kommunale Ökokonto inkl. der CO2-Kompensation, Praxisbeispiele und Erfahrungen aus Sicht einer Genehmigungsbehörde. Der LNV ist Partner des Ökokonto-Tages. Logr
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Bücher, Filme, Neuigkeiten

Gerechte Grundsteuer

Wie lässt sich Bodenspekulation verhindern? Bericht in Frontal 21 (ZDF)

Eine Reform der Grundsteuer im Sinne der Bodenwertsteuer würde Anreize zur Nutzung innerörtlicher Baureserven setzen und die Bodenspekulation eindämmen. Der LNV setzt sich seit Jahren dafür ein, die Reform der Grundsteuer ist seit Monaten Streitthema der Großen Koalition, und auch die Länder sind sich nicht einig. Ein sehenswerter Bericht im Politmagazin Frontal 21 informiert über Hintergründe. Logr
Bericht in Frontal 21 vom 28.5.2019
Artikel im Handelsblatt vom 30.7.2019

… und außerdem

Goldene Zähne einmal anders

Goldgewinnung belastet Umwelt

Schlimmer geht’s nimmer …. Einige Zahnpastahersteller, etwa die Firma Splat oder die Drogeriekette DM mit der Marke Dontodent, mischen der Zahncreme – bei Dontodent dem Produkt „shiny gold“ – Goldstaub bei. Zur Erinnerung: Goldgewinnung ist extrem umweltbelastend, weil sie entweder mit Quecksilber erfolgt oder mit Cyanid. Eine Goldmine in Rumänien war verantwortlich für die Vergiftung der Theiß (Foto), in Südamerika vergiften sich Indigene an mit Quecksilber belastetem Fisch. Wirksamkeit des Goldstaubes für die Zahnhygiene: Gleich Null! Bronner
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Auf gute Nachbarschaft!

nebenan.de – das Netzwerk für Sie und Ihre Nachbarn

Mal ehrlich: Kennen Sie all´ Ihre Nachbarn? Falls ja, umso besser, falls nein, so ist vielleicht die Plattform nebenan.de etwas für Sie. Nach Registrierung sehen Sie, wer aus Ihrer Nachbarschaft in diesem Netzwerk aktiv ist. Ob gemeinsame Unternehmungen oder Nachhilfeunterricht, Spieleabende oder Stammtische – das Netzwerk lebt vom Engagement und den Interessen seiner Mitglieder. Sie wollen Dinge verkaufen oder verschenken oder älteren Menschen bei ihren Erledigungen helfen? Auch hierfür bietet nebenan.de eine Plattform. Schauen Sie mal vorbei. Flo
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LNV-Infobrief als pdf zum Herunterladen: Infobrief-August2019

Impressum:
Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V., Olgastraße 19, 70182 Stuttgart
Telefon +49 711 248955-20, Fax: +49 711 248955-30, info@lnv-bw.de
Vertretungsberechtigt: Dr. Gerhard Bronner; Amtsgericht Stuttgart VR 2787

Endredaktion: Christine Lorenz-Gräser, Bildredaktion: Annette Schade-Michl und Kristin Pfeiffer
Beiträge: Julia Flohr (Flo), Christine Lorenz-Gräser (Logr), Dr. Anke Trube (Tr), Annette Schade-Michl (Sch)
Der LNV-Infobrief berichtet regelmäßig über aktuelle Themen des Natur- und Umweltschutzes.
Der Infobrief ist ein kostenloser Service des LNV. Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit Zustimmung des Herausgebers unter Quellenangabe und der Überlassung von Belegexemplaren gestattet.
Bestellung unter lnv-bw.de oder mit einer Email an info@lnv-bw.de. Bitte geben Sie Name, Verein/Institution, Funktion an. Persönliche Daten werden ausschließlich zum Zwecke des Versendens des Infobriefs gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben. Er kann jederzeit per E-Mail oder unter lnv-bw.de abbestellt werden.