21. Februar 2014 LNV-Infobrief Februar 2014

Im Blickpunkt: Energiewende und Netzausbau

Ehret_Portrait9fWerden die Pläne der neuen schwarz-roten Bundesregierung umgesetzt, wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien auch in Baden-Württemberg erschwert. Statt des Zubaus von jährlich rund 7 Gigawatt sollen nur noch zwischen 2,5 und 3,5 Gigawatt Leistung pro Jahr angestrebt und gefördert werden. Dieser neue „Ausbaukorridor“ soll laut Koalitionsvertrag „eine bessere Verknüpfung mit dem Netzausbau“ sicher stellen.
Mir scheint dies ein Argument, das von den eigentlichen Gründen und Absichten ablenkt. Spielen doch die geplanten Hochspannungstrassen quer durch Deutschland keine Rolle für die Photovoltaik oder die bei uns vor Ort („onshore“) erzeugte Windenergie – wie überhaupt für jeden Strom, der hier im Lande erzeugt wird. Strom-Transitstrecken werden vielmehr vor allem benötigt, um den im Norden (auch „offshore“) erzeugten Strom zu uns zu transportieren.
Fakt ist, dass jede neue Solarstromanlage und jedes neue Windrad in Baden-Württemberg die Notwendigkeit von Neu- oder Ausbau der Fernleitungen reduziert. Anders ausgedrückt: Fehlende Strom-Fernleitungen bedrohen die Sinnhaftigkeit und die Wirtschaftlichkeit der Windkraft an der Küste und auf See. Die kürzlich vorgestellte Trasse „Südlink“ ist nicht zwingende Folgerung aus der Energiewende, sondern ein Resultat der Windkraftpläne im Norden. Fatale Folge der neuen Energiewende-Politik: Je langsamer der Ausbau der Erneuerbaren vorangeht, um so mehr wird aus den Plänen der Bundesregierung ein Kohleschutzprogramm, also ein Programm, das den Klimaschutzzielen entgegen läuft. Und dies bezogen auf für unser Land: Je mehr wir uns künftig mit Strom aus eigener Produktion versorgen können, um so sparsamer können wir mit neuen Netzen verfahren.
Lassen Sie uns das deshalb bitte bedenken, wenn wir Natur- und Landschaftsschützer uns gegen den Zubau neuer Windräder zur Wehr setzen. Wir unterstützen damit ungewollt jene, die den Netzausbau zur zwingenden Notwendigkeit erklären.
Das Schlagwort „Do it yourself“ bekommt eine neue Bedeutung!

Ich grüße Sie herzlich!
Ihr
Reiner Ehret
LNV-Vorsitzender

Der vollständige LNV-Infobrief zum Herunterladen:

LNV-Infobrief Februar 2014

Inhalt
LNV Aktiv
Aus Politik und Verwaltung
Daten, Fakten, Hintergründe
LNV Intern
Aus den Mitgliedsvereinen
Zum Mitmachen und Hingehen
Bücher, Filme, Neuigkeiten

LNV aktiv

Schule wird nachhaltig

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Mehr erlebbare Natur in die Bildungspläne

Umwelt- und Sozialverbände wie auch die Wirtschaft beklagen Defizite in der Bildungspolitik. Viel zu häufig wird praxisfernes Umweltwissen gelehrt (das bisher kaum zu entsprechendem Handeln führt) anstelle von Grundlagen wie Artenkenntnis, Kenntnis der Lebensräume, Begegnungen mit der umgebenden Natur. Der LNV will zusammen mit den Pädagogischen Hochschulen in Heidelberg und Freiburg ein Konzept für eine Lehrplanreform erarbeiten. Logr

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Zusammenfassung von Umweltgesetzen

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LNV-Stellungnahme zum geplanten Umweltverwaltungsgesetz

Der LNV begrüßt die Zusammenfassung verschiedener Landesgesetze im Umweltbereich zu einem einzigen Umweltverwaltungsgesetz (UVwG), das Begriffe definiert und die wichtigsten Regelungen aus den Bundesgesetzen wiederholt, sich ansonsten aber auf landesspezifische Abweichungen bzw. Präzisierungen von Bundesgesetzen beschränkt. Tr

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Grundwasserschutz dringend notwendig

abwasserkanal

LNV-Stellungnahme zur Verwaltungsvorlage “Kanalisierung”

Angesichts der erheblichen Problematik undichter Kanäle, sowohl durch Infiltration für die Reinigungsleistung von Kläranlagen als auch durch Exfiltration in das Grundwasser, hat der LNV in seiner Stellungnahme die Verwaltungsvorschrift des Umweltministeriums als zusätzliche Initiative für umfassende Kanalsanierungsmaßnahmen grundsätzlich unterstützt. Tr

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LNV-Pressemitteilungen

LNV-Stiftung startet Ausschreibung
Die Umwelt und der ADAC

Aus Politik und Verwaltung

Ulrike Möck ist neue Leiterin von Referat 56, RP Stuttgart

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Biologin folgt auf Reinhard Wolf

Zum Jahreswechsel hat Ulrike Möck die Leitung des Naturschutzreferats im Regierungspräsidium Stuttgart übernommen und die Nachfolge von Reinhard Wolf angetreten. Ulrike Möck ist Biologin mit langjähriger Erfahrung im behördlichen Naturschutz der Landratsämter ebenso wie der Ministerien und wirkte ab 2001 unter anderem im Regierungspräsidium und im Landratsamt Calw. Zuletzt war sie beim Landratsamt Reutlingen für den Naturschutz verantwortlich. Logr

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WWF-Auen-Institut

aueninstitut

Ökologische Ausrichtung des Aueninstituts muss bleiben

In Kürze wird über die neue Leitung des WWF-Aueninstituts im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entschieden. LNV, BUND und NABU drängen beim KIT darauf, dass das Aueninstitut auch künftig seine anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle Auenökologie/Hochwasserschutz beibehält. Unter dem Gründer und langjährigen Leiter, Prof. Dr. Emil Dister, hat das Aueninstitut einen unverzichtbaren Beitrag für die Ökosystemforschung geleistet und hohes Renommee gewonnen. Logr

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Natura 2000

Albtal

Weitere Managementpläne fertig

Seit der letzten Berichterstattung über fertiggestellte Managementpläne für Natura 2000-Gebiete im LNV-Infobrief 12/2013 sind weitere Managementpläne abgeschlossen worden. Tr
72. MaP 7116-341 MaP “Albtal mit Seitentälern“
73. MaP 7617-341 “Wiesen und Heiden an Glatt und Mühlbach
74. MaP 7426-341 „Natura 2000: Fertigstellung des Managementplans “Hungerbrunnen-, Sacken- und Lonetal“ Tr

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Daten, Fakten, Hintergründe

TTIP-Abkommen gefährdet Umweltstandards

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Aufschlussreicher Beitrag in ARD „Monitor“

Abseits der Öffentlichkeit wird weiter das TTIP-Abkommen zum Abbau von Handelshemmnissen zwischen EU und USA verhandelt. Zu befürchten ist, dass das Abkommen europäische Umwelt-, Sozial- und Verbraucherstandards massiv gefährdet. Begründet wird TTIP – wie häufig in solchen Fällen – mit mehr Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätzen. Diese Argumentation entlarvt ein Beitrag in der ARD-Sendung „Monitor“, zu sehen auf youtube. Logr

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LNV intern

Wir renovieren!

Die LNV-Geschäftsstelle wird vom 19.02. bis zum 28.02. in einem ersten Teilabschnitt renoviert und modernisiert. Um den laufenden Betrieb zu gewährleisten erfolgt dies in zwei Abschnitten bis zum Sommer. Dennoch werden sich Einschränkungen nicht ganz vermeiden lassen. Wir bitten um Verständnis! Logr

LNV-Vertreter im Nationalparkbeirat

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LNV benennt Martin Klatt

Als Vertreter in den Beirat zum Nationalpark Schwarzwald hat der LNV Martin Klatt benannt. Martin Klatt ist Sprecher des LNV-Arbeitskreises Rastatt/Baden-Baden und leitet dort das LNV/NABU-Naturschutzzentrum. Er vertritt die LNV-Arbeitskreise aus dem Regierungsbezirk Karlsruhe im LNV-Vorstand. Der LNV dankt für die Bereitschaft, dieses weitere Amt zu übernehmen. Logr

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Termine, Termine …

27.03.2014, 16.00 Uhr: LNV-AK-Treffen im Regierungsbezirk Stuttgart, Stuttgart
02.04.2014, 16.00 Uhr: LNV-AK-Treffen im Regierungsbezirk Freiburg, Freiburg
Themenschwerpunkt jeweils: Mehr Ökologie in der Flurneuordnung
12.04.2014: LNV-Mitgliederversammlung in Stuttgart

22.11.2014: LNV-Zukunftsforum Naturschutz

Aus den Mitgliedsvereinen

Wilde Welten 2014 von LFV und LJV

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Internetunterstützter Kalender 2014 über Tiere und Lebensräume

Landesjagdverband (LJV) und Landesfischereiverband (LFV) wollen mit dem informativen Kalender “Wilde Welten 2014 – Tierwelten in Baden-Württemberg” SchülerInnen für unsere Tierwelt begeistern. Zu jedem Kalenderblatt gibt’s weitere Informationen im Internet. Bereits rund 7.000 Schulklassen sind mit dem Kalender ausgestattet worden, der sich am baden-württembergischen Bildungsplan orientiert. Logr

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Allianz fürs Niederwild

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Wildtierforum Baden-Württemberg am 21. März 2014

Am Freitag, 21.03.14 findet in Bad Wildbad das Wildtierforum Baden-Württemberg 2014 von LJV und Akademie für Wild, Jagd und Natur zum Thema „Eine Allianz fürs Niederwild – Artenvielfalt in der Feldflur erhalten“ statt. Mit einem breiten Bündnis soll eine Trendumkehr beim Niederwildbe-stand im Feld angestrebt werden. Der Landesjagdverband will sich diesem Thema künftig verstärkt widmen. Tr

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Neues bei den Höhlenforschern

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Geschäftsführung Höhlenschutz wieder besetzt

Neuer Geschäftsführer des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung (LHK) ist Hans Martin Luz, der bereits 1996 bis 2005 im Vorstand tätig war. Um den Höhlenschutz kümmert sich künftig Hannes Köble, der unter anderem bereits das FFH-Stichprobenmonitoring in Höhlen bearbeitete. Der LHK weist eindringlich auf §39, Abs. 6 BNatSchG hin, der das Aufsuchen von Fledermaus-Winterquartieren in Höhlen vom 01.10. bis 31.03. verbietet. Logr

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Moorrenaturierung und Moorvernässung

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Positionspapier des BNO

Der Bund für Naturschutz in Oberschwaben (BNO) hat seine Haltung zu Moorrenaturierung und –vernässung in einem Positionspapier veröffentlicht. Bei vielen Mooren besteht die Gefahr zu verlanden und zu bewalden. Der BNO befürwortet deshalb grundsätzlich Bemühungen, Moore durch Pflege und Wasserrückhaltung zu erhalten und ihre Regenerationsfähigkeit zu stärken. Tr

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Zum Mitmachen und Hingehen

Den Bock zum Gärtner machen?

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Ziegen in der Landschaftspflege; Tagung am 27.02.2014

„Ziegen in der Landschaftspflege – ein Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tourismus und Landwirtschaft“ ist Thema der Tagung des Ziegenzuchtverbandes BW und der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Unterschiedliche Vorträge beleuchten den Themenkomplex. Zudem findet ein Workshop zu den aktuellen Herausforderungen der Ziegenhal-tung in Naturschutz und Landschaftspflege statt. Logr

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Streuobsttage 2014 – Vielfalt erleben!

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Länderübergreifende Aktionstage

Die ersten grenzübergreifenden Streuobsttage werden von Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen sowie weiteren Partnern unterstützt – und sind offen für alle StreuobstfreundInnen. Dezentrale Veranstaltungen sollen von verschiedensten, auch lokalen Akteuren, eigenständig organisiert werden. Eindrucksvoller Schlusspunkt ist der landesweite Streuobsttag am 10. Mai 2014 in Ludwigsburg. Logr

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Erster Hochwassertag Baden-Württemberg

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Land erläutert Hochwasserschutzstrategie

Die Hochwasserschutzstrategie des Landes sowie Informationen und Handlungsideen zu den aktuellen Hochwassergefahrenkarten sind Themen des ersten Hochwassertags Baden-Württemberg am 5. Mai 2014 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart sein. Anmeldungen sind bereits möglich. Tr

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Förderrunde 2015 der Stiftung Naturschutzfonds

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Bewerbungsfrist bis zum 1.05.2014

Mit der Projektförderung 2015 will die Stiftung Naturschutzfonds Hochschulen, Kommunen, Verbänden, Vereinen und Einzelpersonen anspornen, einen Beitrag zur Umsetzung der Naturschutzstrategie zu leisten. Für Vereine ist ein Förderanteil bis zu 90% möglich. Für neue Projektpartner bietet die Stiftung am 21. März 3014 eine Informations-veranstaltung in Stuttgart an. Logr

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Infos zur Naturschutzstrategie

Impulse für die Vielfalt!

kroetenzaun

Antragsfrist 15.03.2014 für Amphibienschutzprojekte

Das Amphibienschutzprogramm „Impulse für die Vielfalt“ der EnBW und LUBW im Rahmen des ba-den-württembergischen 111-Artenprojekts fördert Projekte zum Amphibienschutz und unterstützt damit den Aktionsplan „Biologische Vielfalt“ der Landesregierung. Bisher wurden rund 40 Projekte bezuschusst. Logr

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Bücher, Filme, Neuigkeiten

Verbreitungsatlas der Farn-und Blütenpflanzen

pflanzenatlas

Fast 30 Millionen Einzeldaten als Basis

Der neue Atlas zeigt die Verbreitung der etwa 3900 in Deutschland einheimischen und wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen sowie der Neueinwanderer und “Gartenflüchtlinge”. Aus fast 30 Millionen Datensätzen besteht die Datenbank der Fundmeldungen. Herausgeber: Netzwerk Phytodiversität Deutschland (NetPhyD) & Bundesamt für Naturschutz (BfN), Landwirtschaftsverlag, ISBN: 978-3-7843-5319-7, 912 Seiten, Preis: 69,95 €. Tr

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Impressum:

Endredaktion: Christine Lorenz-Gräser, Bildredaktion: Annette Schade-Michl und Kristin Mokwa
Beiträge: Christine Lorenz-Gräser (Logr), Dr. Anke Trube (Tr), Annette Schade-Michl (Sch)
Der LNV-Infobrief berichtet regelmäßig über aktuelle Themen des Natur- und Umweltschutzes.
Der Infobrief ist ein kostenloser Service des LNV.
Bestellung unter lnv-bw.de oder mit einer Email an info@lnv-bw.de. Bitte geben Sie Name, Verein/Institution, Funktion an. Persönliche Daten werden ausschließlich zum Zwecke des Versendens des Infobriefs gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben. Er kann jederzeit per E-Mail oder unter lnv-bw.de abbestellt werden.

Themen zu diesem Artikel: Allgemein, Infobrief

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